Nachhaltigkeit ist längst kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein entscheidender Erfolgsfaktor für Unternehmen, die zukunftsfähig bleiben wollen. Auch bei der Uhlmann Group ist das Thema tief verankert – in unserem Purpose, unserer Vision und Mission – und bildet einen zentralen Bestandteil unserer neuen Unternehmensstrategie GO FOR 30. Das Ziel ist es, den Erfolg von morgen aktiv zu gestalten: durch nachhaltiges Handeln, die Entwicklung neuer Geschäftsfelder und Technologien sowie durch partnerschaftliche Zusammenarbeit.
Eine erfolgreiche Nachhaltigkeitsstrategie zeichnet sich dadurch aus, dass sie nicht isoliert betrachtet wird, sondern aus der Unternehmensstrategie abgeleitet ist und mit den Unternehmenswerten im Einklang steht. Entscheidend sind dabei klare, messbare Zielsetzungen, die durch konkrete Maßnahmen hinterlegt sind. Nachhaltigkeitsziele berücksichtigen sowohl ökologische als auch soziale und ökonomische Aspekte und beziehen interne wie externe Stakeholder aktiv mit ein. Es sollen die individuellen Stärken des Unternehmens genutzt und dadurch Transparenz und Verbindlichkeit geschaffen werden. Genau diesen ganzheitlichen Ansatz verfolgen wir mit unserer neuen Strategie – Nachhaltigkeit ist für uns kein isoliertes Projekt, sondern ein zentraler Erfolgsfaktor für langfristiges Wachstum und Innovationskraft.

Welche Themen gehören für uns zu Nachhaltigkeit?
Nachhaltigkeit umfasst weit mehr als nur den Klimaschutz – sie wird heute ganzheitlich unter dem Begriff ESG betrachtet. ESG steht für Environmental, Social und Governance – also Umwelt, Soziales und verantwortungsvolle Unternehmensführung. Viele ESG-Aktivitäten werden heute bereits vereinzelt in den einzelnen Gesellschaften umgesetzt. Die gruppenweite Nachhaltigkeitsstrategie wird die Synergien dazu gruppenweit heben und gemeinsame Ziele verankern.
Diese drei Dimensionen bilden das Fundament für nachhaltiges Handeln in Unternehmen:
E
Environmental
(Umwelt)
E – Environmental
(Umwelt)
Hier geht es um den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen und den Schutz unseres Planeten. Themen wie Energie- und Wasserverbrauch, Emissionsreduktion sowie die Entwicklung nachhaltiger Produkte und Lösungen stehen im Fokus.
S
Social
(Soziales)
S – Social
(Soziales)
Der soziale Aspekt umfasst das Engagement für Mitarbeitende und Gesellschaft. Dazu zählen Arbeits- und Gesundheitsschutz, Vielfalt und Chancengleichheit sowie faire Bedingungen entlang der gesamten Lieferkette.
G
Governance
(Unternehmensführung)
G – Governance
(Unternehmensführung)
Governance steht für transparente, regelkonforme und ethisch verantwortungsvolle Unternehmensführung. Dazu gehören die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, effektive Steuerungs- und Kontrollmechanismen sowie Maßnahmen zur Korruptionsprävention und Geschäftsethik.
Die Notwendigkeit, Nachhaltigkeit strategisch zu verankern, ergibt sich dabei nicht nur aus unserem eigenen Antrieb, sondern auch aus den steigenden Anforderungen, die an uns herangetragen werden – von Kundenseite, durch gesetzliche Vorgaben, vom Wettbewerb und nicht zuletzt von der Gesellschaft und unseren Kolleginnen und Kollegen. Wer langfristig wettbewerbsfähig bleiben möchte, muss Nachhaltigkeit ernst nehmen und konsequent umsetzen.
Überblick über die Handlungsfelder und Ziele

Diese Ziele betreffen natürlich nicht nur einzelne Gesellschaften, sondern die gesamte Uhlmann Group. Daher haben wir uns mit Kolleginnen und Kollegen von Uhlmann, KOCH, Cremer und Wonder zusammengesetzt und erfahren, was die neue Nachhaltigkeitsstrategie für diese Group Companies bedeutet.
Wieso ist es für euch wichtig, Nachhaltigkeit in die Strategie zu verankern?
- Uhlmann: Nachhaltigkeit strategisch zu verankern ist für uns unerlässlich, da die Anforderungen unserer Kunden stetig steigen – und teilweise sogar vertraglich festgelegt sind. Themen wie Klimaschutz, Transparenz, Zielsetzung und Reporting sowie soziale Aspekte wie Diversität und Menschenrechte entlang der Lieferkette spielen vor allem in der Pharmabranche eine zentrale Rolle. Eine klare Strategie hilft uns, diesen Anforderungen strukturiert, proaktiv und glaubwürdig zu begegnen.
- KOCH: Nachhaltigkeit ist ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie von KOCH. Wir tragen Verantwortung für unseren Planeten und seine Bevölkerung – und wir nehmen diese Verantwortung aktiv wahr. Mit unserem Lösungsportfolio, das unter anderem nachhaltige Verpackungen umfasst, leisten wir einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Transformation unserer Kunden. Dabei steht stets der Kundennutzen im Mittelpunkt: Unsere Lösungen sind nicht nur nachhaltig, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll und zukunftssicher. Initiativen zur Entwicklung nachhaltiger Verpackungslösungen (z. B. Verpackungsverordnung) zeigen, wie wir regulatorische Anforderungen proaktiv in Innovationen übersetzen und Nachhaltigkeit strategisch verankern.
- Cremer: Die gesetzlichen Vorgaben in der EU, insbesondere im Rahmen des Green Deals und der Klimaziele bis 2050, machen eine nachhaltige Ausrichtung unverzichtbar. In den Niederlanden ist Nachhaltigkeit längst Teil des gesellschaftlichen Bewusstseins – unsere Gesellschaft erwartet, dass wir Verantwortung übernehmen. Eine klare Strategie macht uns als Arbeitgeber attraktiver und stärkt unsere Position im Markt.
- Wonder: In China ist Nachhaltigkeit besonders wichtig im Hinblick auf die enge Zusammenarbeit mit unseren weltweiten Partnern, die hohe Standards erwarten. Gleichzeitig beobachten wir, dass auch in China das Bewusstsein für die Umwelt stetig wächst – sowohl bei Behörden als auch in der Gesellschaft. Eine strategische Verankerung von Nachhaltigkeit hilft uns, diesen Entwicklungen gerecht zu werden und unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Gibt es geplante Projekte mit dem Fokus „Nachhaltigkeit“?
- Uhlmann: Uhlmann setzt gezielt auf nachhaltige Projekte in verschiedenen Bereichen. Im Fokus stehen bauliche Maßnahmen wie die Dachsanierung und die Umrüstung auf LED-Beleuchtung in Gebäude C1 sowie die Einführung eines Energiemanagementsystems nach DIN ISO 50.001. Der Einkauf arbeitet an mehr Transparenz in der Lieferkette und strebt die BME-Zertifizierung „Nachhaltige Beschaffungsorganisation“ in Silber an. Auch HR trägt zur Nachhaltigkeit bei – mit belegloser Reiseabrechnung, volldigitaler Vertragsunterzeichnung und der ausschließlichen Nutzung von Hybrid- und Elektrofahrzeugen gemäß Dienstwagenrichtlinie.
- KOCH: Neben der Entwicklung nachhaltiger Maschinenlösungen und Verpackungskonzepte für unsere Kunden verfolgen wir das Ziel, auch unsere eigene Produktion nachhaltiger zu gestalten und Emissionen zu reduzieren. Dazu werden wir mehrere Projekte umsetzen. Aktuell rüsten wir die gesamte Gebäudebeleuchtung auf LED-Technologie um und werden dieses Projekt bis Ende des Jahres abschließen. In Kombination mit der geplanten Photovoltaikanlage in den kommenden Jahren leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Emissionsreduktion. Auch die Weiterentwicklung nachhaltiger Verpackungskonzepte für den internen und externen Warentransport trägt zu diesem Ziel bei. Ein weiterer Aspekt unserer Nachhaltigkeitsstrategie ist die Gesundheit und das Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Unsere Mitarbeitenden werden aktiv in die Weiterentwicklung und Umsetzung entsprechender Maßnahmen eingebunden.
- Cremer: Wir nutzen bereits 100 % erneuerbaren Strom für unseren Betrieb. Zusätzlich investieren wir in lokale, standortnahe Energiesysteme, um unsere Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz zu verringern. Gleichzeitig stellen wir unsere Fahrzeugflotte schrittweise auf vollelektrische Fahrzeuge um – inklusive eigener Ladestationen. Diese Maßnahmen helfen uns, energieunabhängiger und widerstandsfähiger zu werden und unsere langfristigen Nachhaltigkeitsziele besser zu erreichen.
- Wonder: Gruppenweit haben wir das Lieferanten- und Kundenprogramm gestartet, um CO₂-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – sowohl vorgelagert als auch nachgelagert – systematisch zu reduzieren. Parallel dazu hat Wonder begonnen, ab dem Geschäftsjahr 2024/25 Grünstromzertifikate zu erwerben. Zusätzlich treibt Wonder die Nachhaltigkeitsstrategie aktiv voran und vertieft sie innerhalb der Lieferanten- und Kundennetzwerke. Dazu gehört auch die Beschleunigung von Recycling-Initiativen – etwa die Wiederverwendung von Maschinen-Holzboxen und anderen Materialien – sowie interne Verbesserungen in der Effizienz von Fertigung und Montage. Diese Maßnahmen werden durch unsere eigene KINGSOFT-Software unterstützt und orientieren sich an der First-Time-Right-Philosophie, die Produktqualität erhöht, Ausschuss und Nacharbeit minimiert und letztlich zu einer deutlichen Reduktion der CO₂-Emissionen beiträgt.
Welche Chancen oder Herausforderungen seht ihr bei der Umsetzung der Strategie?
- Uhlmann: Im Handlungsfeld Customers sehen wir eine große Chance darin, alle unserer aktiven Maschinen mit Product Carbon Footprint (PCF)-Daten auszustatten. Das bedeutet: Wir erfassen, wie viele Emissionen bei der Herstellung, Nutzung und Entsorgung eines Produkts entstehen – also über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Das ermöglicht uns, die Emissionen unserer Produkte deutlich präziser zu erfassen – und darauf aufbauend gezieltere Reduktionsmaßnahmen zu entwickeln. Die Herausforderung sehen wir dabei vor allem in der systematischen Erhebung und Verfügbarkeit der notwendigen Daten entlang des gesamten Produktlebenszyklus.
- KOCH: Die Umsetzung dieser Strategie erfordert Investitionen, Veränderungsbereitschaft und klare Prioritäten – gleichzeitig bietet sie uns die Chance, unserer Verantwortung glaubwürdig nachzukommen und langfristigen Erfolg zu sichern. Mit unserem Lösungsportfolio ermöglichen wir die nachhaltige Transformation unserer Kunden. Dabei schaffen wir echten Kundennutzen, positionieren uns als zukunftsorientierter Partner und stärken unsere Marktposition.
- Cremer: Die Strategie eröffnet uns die Chance, innovative Lösungen zu entwickeln und neue Geschäftsfelder zu erschließen – insbesondere im Bereich nachhaltiger Verpackungstechnologien. Nachhaltigkeit wird so zum Innovationstreiber. Die Herausforderung liegt darin, diese Entwicklungen mit bestehenden Prozessen und Strukturen in Einklang zu bringen.
- Wonder: Wir freuen uns die Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten weiter auszubauen. Nur gemeinsam können wir die ambitionierten Reduktionsziele bei den Emissionen erreichen. Die Nachhaltigkeitsstrategie bietet hierfür die richtige Grundlage, indem wir mehr Lieferanten in unser Lieferantenprogramm aufnehmen wollen und somit partnerschaftliche Lösungen anstoßen.
Was alle Group Companies vereint, ist die Überzeugung, dass die Verankerung von Nachhaltigkeit in unserer Unternehmensstrategie GO FOR 30 von großer Bedeutung ist. Die Nachhaltigkeitsstrategien ergänzt unsere bisherigen Nachhaltigkeitsbemühungen sinnvoll und schafft einen klaren Rahmen, um unsere Ziele strukturiert und wirkungsvoll zu erreichen. Auch Goldfuß begleitet uns auf unseren Nachhaltigkeitszielen und hat dieses Jahr erfolgreich das erste EcoVadis Assessment durchlaufen.
Mit Engagement, Zusammenarbeit und unseren Zielen vor Augen werden wir dies in der Uhlmann Group gemeinsam schaffen.
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