„Für mich ist die Endmontage der spannendste Job bei Uhlmann“, sagt Stefan Kehrle und man spürt: die Begeisterung ist echt. In Sachen Inbetriebnahme der Maschinen ist Kehrle ein alter Hase. 1996 kam er als Fräser zu Uhlmann, seit 1997 arbeitet er in der Synchroabteilung – zunächst als Endmonteur und mittlerweile als Gruppenleiter.

Für mich ist die Endmontage der spannendste Job bei Uhlmann.
Stefan Kehrle, Gruppenleiter Endmontage
Im 66-köpfigen Synchro-Team tummeln sich junge Nachwuchskräfte und erfahrene Kollegen gleichermaßen. Die Endmonteure, nehmen die Uhlmann-Maschinen nicht nur hier im Haus in Betrieb, sie begleiten sie auch auf ihrem Weg zum Kunden und machen sie weltweit vor Ort fit für die finale Abnahme und den Fertigungseinsatz. Eine hohe Reisebereitschaft ist darum eine der Grundvoraussetzungen für diesen Job.

Der Maschine Leben einhauchen
Stefan Kehrle war selbst viel unterwegs. Er sagt: „Ich erinnere mich gerne an die Zeit, als ich als Monteur den Maschinen selbst noch Leben eingehaucht habe. Für mich war immer das absolute Highlight, wenn am Ende verwertbare Flaschen, Blister oder Faltschachteln rauskamen. Das macht stolz!“ Auch als Führungskraft geht er ab und an noch auf Montagereise. „Das ist mir wichtig, damit ich das Gefühl für die Arbeit der Kollegen und die damit verbundenen Herausforderungen nicht verliere.“
Klicken Sie sich durch die Meilensteine unserer Maschinen auf ihrem Weg zum Kunden:
1.
Mechanical Acceptance Test (MAT)
Die neue Maschine wird in Laupheim in Halle B vormontiert und elektrisch in Betreib genommen. Ist alles bereit, erfolgt der MAT.
Mechanical Acceptance Test (MAT)
Dabei durchläuft die leere Maschine unterschiedliche Tests, wie etwa einen Zehn-Stunden-Lauf über Nacht. Der MAT gestaltet sich je nach Maschine unterschiedlich.
Für alle gilt: Am Ende muss die Maschine fehlerfrei funktionieren. Dann geht es für sie weiter in Halle C zur Synchro-Abteilung.
2.
Factory Acceptance Test (FAT)
Dort starten die Endmonteure mit der Synchronisierung der Maschine. Sie stellen alle Maschinenkomponenten zusammen und verketten sie elektrisch.
Factory Acceptance Test (FAT)
Oftmals haben die Maschinen mehrere Formate für verschiedene Produkte, die darauf gefahren werden: für Blister, Flasche, Karton oder Endverpackungen wie beispielsweise Cases. Jedes Formbauteil wird eingefahren und die ganze Linie einem Testlauf unterzogen. Zum Schluss steht der FAT an, also die Werksabnahme durch den Kunden. Sind notwendige Nacharbeiten erledigt, beginnt der Abbau und Maschine geht per Lkw, Luft- oder Seefracht ins Zielland.
3.
Site Acceptance Test (SAT)
Nach der Ankunft entpackt der Kunde die Maschine und stellt sie in seine Produktion.
Site Acceptance Test (SAT)
Die Uhlmann-Monteure reisen an, richten die Maschine sauber aus und synchronisieren sie wieder mit dem vom Kunden bereitgestellten Equipment.
Testläufe und Funktionsüberprüfungen folgen.
Am Ende steht der SAT, mit dem der Kunde die Maschine final abnimmt.
Monoton? Nicht hier!
Auch Juri Rosin fing als Endmonteur in 2014 bei den Flaschenfüllern an. Heute ist Juri als Gruppenleiter mit seinem Team für die getakteten Kartonierer sowie die USP-Serialisierungsplattform verantwortlich. Er sagt: „Dieser Job bringt viele unterschiedliche Aufgaben mit sich. Es ist nie monoton. Das macht es spannend und du lernst einfach immer was dazu.“ Gefragt, welche Fähigkeiten angehende Endmonteure neben der Lust am Reisen mitbringen sollten, antwortet er: „Ein umfangreiches technisches Wissen und elektrotechnische Kenntnisse. Industriemechaniker, Elektriker und Mechatroniker sind in der Synchroabteilung daher goldrichtig.“

Dieser Job bringt viele unterschiedliche Aufgaben mit sich. Es ist nie monoton. Das macht es spannend und du lernst einfach immer was dazu.
Juri Rosin, Gruppenleiter Endmontage
Ein Muss: Improvisationstalent
Neben den technischen Fähigkeiten, zählt für Stefan Kehrle auch die menschliche Komponente: „Ein Endmonteur sollte Spaß am Umgang mit Menschen haben. Wir arbeiten mit unterschiedlichsten Ansprechpartnern aus vielen Kulturen zusammen. Ganz wichtig ist die Neugierde auf Neues und eine Offenheit für unerwartete Dinge. Wer davor Angst hat, ist hier falsch.“ Denn nicht selten heiße es: improvisieren.
Juri Rosin kann das bestätigen: „Eigentlich sind die Schnittstellen klar, aber beim Kunden zeigt sich dann teilweise, dass das doch nicht wie geplant passt. Dann fängt man eben mit Feile und Flex an, die ganzen Schnittstellen anzupassen.“ In den vergangenen Jahren seien die Maschinen durch Digitalisierung und Funktionen wie Track-and-Trace zudem komplexer geworden. „Früher war eine Inbetriebnahme in ein bis zwei Wochen erledigt, heute kann es je nach Auftragsumfang eine bis 14 Wochen dauern“, sagt er.
Der Einsatz lohnt sich auch langfristig, darin sind sich die beiden Gruppenleiter einig. „Die Endmontage ist ein super Sprungbrett, auch für andere Aufgaben bei Uhlmann“, betont Kehrle. „Unsere Kollegen kennen die Maschinen in- und auswendig, das sind gefragte Leute, egal ob in der Programmierung, Validierung oder Konstruktion.“ Und auch in der Synchroabteilung gibt es Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln. Juri Rosin und Stefan Kehrle sind die besten Beispiele dafür: Sie haben ihr Sprungbrett genutzt.
Hier verraten unsere Endmonteure, was für Sie das besondere an ihrem Job ist:
Jonas Weber, Assembly Technician seit 2018
Jonas, wie bist du in der Synchroabteilung gelandet?

Während meiner Ausbildung als Mechatroniker bei Uhlmann bekam ich das Angebot, diese zu verkürzen und als Endmonteur zu arbeiten. Da habe ich gleich zugesagt. Aktuell bin ich für die Flaschenfüller und die Tray-Maschinen der PTC 200 zuständig. Ich finde es super, dass die Arbeit so abwechslungsreich ist, wir arbeiten eng mit anderen Abteilungen zusammen und sind dafür verantwortlich, die Maschine gut beim Kunden abzuliefern.
Du bist viel unterwegs, was gefällt dir daran gut und wo liegen die Herausforderungen?
Der Vorteil ist ganz klar: Ich kann in Länder reisen, die ich sonst nicht besuchen würde – China oder Mexiko zum Beispiel. So lerne ich ständig neue Menschen und Kulturen kennen, das ist spannend. Der Nachteil ist, dass ich meine Hobbys und meine Vereinsaktivitäten pausieren muss, wenn ich unterwegs bin. Durch die Zeitverschiebung ist es zudem schwierig, mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben. Bei drei Wochen macht mir das nicht so viel aus, aber wenn die Reisezeit mal fünf Wochen dauert, wird es schon anstrengend.
Gibt es besondere Highlights, an die du dich erinnerst?

Meine erste Geschäftsreise. Da war ich bei Uhlmann USA und eine halbe Busstunde von New York weg. Am Wochenende bin ich immer mit dem Bus nach New York gefahren und hab mir die Stadt angeschaut. Das war super. In der Coronazeit war ich in Toronto und konnte mich dort frei in der Stadt bewegen, während hier alles stillstand. Ich erinnere mich aber auch noch gerne an meine Reise nach Mexiko. Die Maschinenbediener unseres Kunden waren total nett und haben mich abends eingeladen, mit ihnen Streetfood essen zu gehen. Das Problem: Sie sprachen kein Englisch und ich kein Spanisch. Ich weiß bis heute nicht, was ich da gegessen habe. Lecker war’s aber und der Abend sehr lustig.
Dirk Westenberger, Senior Servicetechniker, Endmonteur seit 1998
Dirk, du arbeitest schon seit 26 Jahren in der Endmontage, was magst du an deiner Arbeit?

Ich finde es interessant, mit Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammenzuarbeiten und neue Freunde zu gewinnen. Natürlich macht mir auch das Reisen Spaß. Im Schnitt bin ich 120 bis 150 Tage pro Jahr unterwegs. Ich bin gern länger an anderen Orten, um die Leute und Länder besser kennenlernen zu können. Teilweise sehe ich von einem Land aber auch nur Hotel, Kundenfirma und Flughafen. In Australien hatte ich beispielsweise von fünf Wochen genau einen Tag frei.
Welche Fähigkeiten sollte man aus deiner Sicht als Endmonteur mitbringen?
Man muss sehr kommunikativ sein, selbstständig arbeiten, sich selbstständig organisieren können und extrem flexibel sein. Ich kam auch schon an und stand im Rohbau statt in einer fertigen Halle. Da heißt es dann, das Beste aus der Situation zu machen. Sprache ist ebenfalls ein wesentlicher Faktor, Englisch ist Voraussetzung. Und es darf einem auch nichts ausmachen, mal mehrere Wochen allein unterwegs zu sein.
Was hat dich bisher am meisten beeindruckt?
Klar sind Städte wie Sao Paolo oder Rio de Janeiro spannend. Was mich aber immer wieder aufs Neue beeindruckt, sind die Menschen in Bangladesch. Obwohl sie selbst so wenig haben, sind sie unglaublich herzlich und gastfreundlich.

Daniel Bailer, Assembly Technician seit 2020
Daniel, warum hast du dich nach deiner Ausbildung dazu entschieden, in der Synchroabteilung anzufangen?

Ich fand die Aufgaben in der Endmontage sehr spannend. Es gibt immer Neues zu tun und Herausforderungen zu meistern. Anfangs habe ich mich um die USP Serialisierungssysteme gekümmert, seit Kurzem bin ich für das PTC 200 zuständig.
Was magst du an deiner Arbeit besonders?
Die Abwechslung! Ich muss mich immer wieder auf neue Kunden und ihre spezifischen Anforderungen einstellen. Das variiert teilweise sehr stark. Bei einem Projekt waren wir mit einer der ersten großen USP 14 Wochen beim Kunden. Am Ende dann das Produkt mit der schnellen Geschwindigkeit über die Maschine laufen zu sehen, das war schon sehr cool. Ich finde es spannend, immer wieder neue Produkte auf unseren Maschinen einzufahren. Langweile kommt da keine auf. Und das Reisen macht mir natürlich auch viel Spaß.
Wo warst du bisher im Einsatz?
Maschinenbedingt war ich vor allem in Europa unterwegs, zum Beispiel in Dänemark und Frankreich. Durch meine Arbeit an den Kartonierern wird sich das künftig aber ändern. Das nächste Kundenprojekt könnte mich schon in die USA bringen, neben China und Mexiko ist das eines der Länder, dich ich gerne mal besuchen würde.
Markus Przibille, Assembly Technician seit 1996
Markus, welche Aufgaben hast du in der Synchroabteilung?

In den ersten Jahren als Endmonteur habe ich viele Standardmaschinen betreut, die letzten zehn Jahre bin ich jetzt ausschließlich für die Sondermaschinen zuständig. Die bringen nochmals besondere Herausforderungen mit sich, da das meist große Linien sind, mit vielen Komponenten anderer Hersteller. Entsprechend lange ist man bei der Inbetriebnahme unterwegs. Für ein Projekt war ich beispielsweise zwei Mal für sechs Monate in Spanien.
Kürzlich warst du aber in ganz anderer Mission unterwegs…
Genau, ich habe unser Team in Singapur geschult. Dort bauen wir seit mehr als zehn Jahren die Blistermaschine B 1240. Diese wird an Kunden weltweit verkaufen. Bei der Maschine ist es also anders als bei den hier gefertigten Anlagen. Die Inbetriebnahme findet in Singapur statt. Für den asiatischen Markt übernehmen die dortigen Endmonteure die Inbetriebnahme beim Kunden. Bei Maschinen, die nach Europa und in westliche Länder verkauft werden, machen das die Kollegen hier aus Laupheim. Im Fokus meines Aufenthalts stand, der Wissenstransfer an die Kolleginnen und Kollegen, um so einheitliche effiziente Prozesse zu schaffen und offene Fragen beantworten. Das ist unser großer Vorteil: Wir können das Wissen, das wir hier über Jahrzehnte gesammelt haben, weitergeben. Und die Kollegen haben mich nun auch als direkten Ansprechpartner.
Wie hast du die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen vor Ort erlebt?
Die war absolut super! Die Gastfreundlichkeit, die Hilfsbereitschaft und das Miteinander, waren ein Traum. Wir haben sehr partnerschaftlich zusammengearbeitet und es hat mir richtig Spaß gemacht. Ich wurde wie ein Familienmitglied begrüßt, das war richtig schön.

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