{"id":7946,"date":"2024-02-05T09:15:56","date_gmt":"2024-02-05T08:15:56","guid":{"rendered":"https:\/\/pactuell.com\/de\/?p=7946"},"modified":"2024-02-05T09:15:56","modified_gmt":"2024-02-05T08:15:56","slug":"in-den-bergen-fuehl-ich-mich-zu-hause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/pactuell.com\/de\/in-den-bergen-fuehl-ich-mich-zu-hause\/","title":{"rendered":"\u201eIn den Bergen f\u00fchl ich mich zu Hause\u201c"},"content":{"rendered":"<h5>Marc, du bist in unserem Ange\u00adbots\u00adteam f\u00fcr Sonder\u00adma\u00adschinen zust\u00e4ndig. Und auch dein Hobby ist alles andere als gew\u00f6hn\u00adlich. Wie kamst du zum Extrem\u00adberg\u00adsteigen?<\/h5>\n<p>Die Berg\u00adstei\u00adgerei mache ich jetzt schon seit \u00fcber 20 Jahren. Ich liebe die Natur und das Gef\u00fchl von Frei\u00adheit, das einem die Berge geben. Ange\u00adfangen hat es mit leichten Touren im Allg\u00e4u und in \u00d6ster\u00adreich. Da habe ich gemerkt, dass ich mich in den Bergen einfach wohl\u00adf\u00fchle, sie mir guttun \u2013 sie sind wie mein Zuhause. Irgend\u00adwann wurden die Berge dann immer h\u00f6her, die Touren l\u00e4nger und schwie\u00adriger und schlie\u00df\u00adlich die Ziele inter\u00adna\u00adtio\u00adnaler. Es faszi\u00adniert mich, was die H\u00f6he mit uns Menschen macht. Wenn man mal die 5.000-Meter-Marke \u00fcber\u00adschritten hat, dann passieren inter\u00ades\u00adsante Dinge mit unserem K\u00f6rper und auch Geist. Das ist span\u00adnend und gerade in Verbin\u00addung mit sport\u00adli\u00adcher Leis\u00adtung sehr aufre\u00adgend. Dazu die Gefahren des Berg\u00adstei\u00adgens, welche nat\u00fcr\u00adlich auch ein St\u00fcck weit ihren Reiz haben \u2026<\/p>\n<h5>Auf welchen Bergen hast du deine Leiden\u00adschaft bis jetzt ausge\u00adlebt?<\/h5>\n<p>Die Zugspitze in Deutsch\u00adland und der Gro\u00df\u00adglockner in \u00d6ster\u00adreich waren vor vielen Jahren meine ersten h\u00f6heren Berge. Mit der Zeit kamen dann viele bekannte hohe Berge in den Alpen hinzu, inklu\u00adsive dem h\u00f6chsten: dem Mont Blanc in den West\u00adalpen in Frank\u00adreich. Meine Leiden\u00adschaft f\u00fchrte mich dann irgend\u00adwann auf meinen ersten 6.000er, den Stok Kangri in Indien. Sp\u00e4ter ging es zum h\u00f6chsten Berg des ameri\u00adka\u00adni\u00adschen Konti\u00adnents, dem Acon\u00adcagua in Argen\u00adti\u00adnien, und auf den h\u00f6chsten Berg Nord\u00adafrikas (Jebel Toubkal, Marokko). Sp\u00e4ter dann klet\u00adterte ich am Pik Lenin in Kirgi\u00adsi\u00adstan.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\">Einem ambi\u00adtio\u00adnierten Berg\u00adsteiger wie mir kommt fast auto\u00adma\u00adtisch irgend\u00adwann ein 8.000er in den Sinn.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><cite>Marc Gr\u00fcn<\/cite><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Vor zwei Jahren sollte es mein erster 7.000er sein, dem Himlung Himal in Nepal. Und da ich auf diesen mehr\u00adw\u00f6\u00adchigen Expe\u00addi\u00adtionen merkte, dass ich mit den widrigen Bedin\u00adgungen und der d\u00fcnnen Luft umgehen kann, kommt einem ambi\u00adtio\u00adnierten Berg\u00adsteiger wie mir dann fast auto\u00adma\u00adtisch irgend\u00adwann ein 8.000er in den Sinn. Und so ging es im vergan\u00adgenen Jahr wieder nach Nepal, zum Manaslu, dem acht\u00adh\u00f6chsten Berg der Welt.<\/p>\n<h5>Wie findet man denn heraus, dass man gut im Extrem\u00adberg\u00adsteigen ist?<\/h5>\n<p>Zun\u00e4chst ist man ein ganz normaler, irgend\u00adwann dann viel\u00adleicht ein guter Berg\u00adsteiger. Will man dann mehr, probiert man extre\u00admere Sachen aus, ohne Gew\u00e4hr, dass diese auch gleich auf Anhieb klappen. So machte ich auf meiner ersten Expe\u00addi\u00adtion einige Fehler, die mich damals den Gipfel kosteten, mir aber jede Menge Erfah\u00adrung und Wissen zuspielten. Das hei\u00dft, mit jeder Tour wird man erfah\u00adrener und besser, aber sagen tut einem das keiner. Hohe Berge besteigen sollte man sowieso nur, wenn man auch recht schnell gelernt hat, Gefahren richtig einzu\u00adsch\u00e4tzen und im Zweifel auch mal umkehrt, ohne den h\u00f6chsten Punkt erreicht zu haben.<\/p>\n<h5>Wie hast du dich auf die Bestei\u00adgung des Manaslu vorbe\u00adreitet?<\/h5>\n<p>Um mich k\u00f6rper\u00adlich fit f\u00fcr den Berg zu machen, bin ich oft einfach ins Allg\u00e4u oder nach \u00d6ster\u00adreich in die Berge gefahren. Klas\u00adsi\u00adsches Trai\u00adning war, von morgens bis abends den Berg hoch\u00adzu\u00adrennen, und mit der Seil\u00adbahn wieder runter \u2013 mit Gewichts\u00adman\u00adschetten an den F\u00fc\u00dfen und einem schweren Ruck\u00adsack auf dem R\u00fccken, um die Bedin\u00adgungen sp\u00e4ter auf Expe\u00addi\u00adtion m\u00f6glichst gut zu simu\u00adlieren. Da kamen dann schon mal 4.500 H\u00f6hen\u00admeter zusammen \u2013 teils bei Dauer\u00adregen, was f\u00fcr die mentale Vorbe\u00adrei\u00adtung aber nur hilf\u00adreich war. Als ich kurz vor Start meiner Expe\u00addi\u00adtion die Zugspitze dann hoch und wieder runter in wenigen Stunden statt der urspr\u00fcng\u00adli\u00adchen Zwei\u00adta\u00adges\u00adtour meis\u00adtern konnte, zeigte mir mein K\u00f6rper, dass er soweit war.<\/p>\n<p>Mental habe ich mich durch Atem\u00ad\u00fcbungen, Medi\u00adta\u00adtion und Yoga vorbe\u00adreitet. Bei einer 8.000er-Besteigung k\u00f6nnen unvor\u00adher\u00adge\u00adse\u00adhene Dinge passieren, und man muss davon ausgehen, dass man etwas sieht, was man nicht sehen will. Genau auf diese Situa\u00adtionen muss man sich mental vorbe\u00adreiten, damit man im Falle eines Falles ruhig bleibt und nicht umge\u00adworfen wird. Zuletzt muss so eine Expe\u00addi\u00adtion nat\u00fcr\u00adlich geplant und orga\u00adni\u00adsiert werden. Die Kosten waren enorm, unter anderem durch die ben\u00f6\u00adtigte Spezi\u00adal\u00adaus\u00adr\u00fcs\u00adtung, und der Aufbau eines Spon\u00adso\u00adrings durch inter\u00ades\u00adsierte Firmen war unaus\u00adweich\u00adlich.<\/p>\n<h5>Wie verlief die Expe\u00addi\u00adtion auf den Manaslu dann?<\/h5>\n<p>Nach meiner Ankunft in der Haupt\u00adstadt Nepals, Kath\u00admandu, und Orga\u00adni\u00adsa\u00adtion von letzten Dingen ging es los mit dem Bus an den Rand des Hima\u00adlayas. Anschlie\u00ad\u00dfend fuhren wir mit Gel\u00e4n\u00adde\u00adfahr\u00adzeugen einen Tag lang ins Gebirge rein, bis die \u201eStra\u00dfe\u201c aufh\u00f6rte. Von dort aus star\u00adtete dann das Trek\u00adking Rich\u00adtung Basis\u00adlager des Manaslus. Wir waren neun Tage unter\u00adwegs in wunder\u00adbarer Land\u00adschaft durch W\u00e4lder, Schluchten, durch T\u00e4ler und \u00fcber P\u00e4sse. \u00dcber\u00adnachtet haben wir in kleinen D\u00f6rfern, meist bei einhei\u00admi\u00adschen Fami\u00adlien, bis wir letzt\u00adend\u00adlich im Basis\u00adlager des Manaslus auf circa 4.800 Metern ankamen. Dort haben wir uns dann einge\u00adrichtet und uns auf den Berg vorbe\u00adreitet.<\/p>\n<blockquote>\n<p style=\"text-align: center;\">In der Todes\u00adzone kann ein Mensch nur eine bestimmte Zeit lang \u00fcber\u00adleben.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><cite>Marc Gr\u00fcn<\/cite><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Nach zwei Tagen Rast begannen die Akkli\u00adma\u00adti\u00adsie\u00adrungs- und Versor\u00adgungs\u00adtouren in die Hoch\u00adlager 1 auf 5.800 Metern, Hoch\u00adlager 2 auf 6.300 Metern und Hoch\u00adlager 3 auf 6.800 Metern. Auf ein poten\u00adti\u00adelles Hoch\u00adlager 4 auf ca. 7.500 m haben wir bewusst verzichtet, weil das mit einer enormen Kraft\u00adan\u00adstren\u00adgung verbunden gewesen w\u00e4re, dort ein Lager einzu\u00adrichten und das ganze Mate\u00adrial hoch\u00adzu\u00adschaffen. Auf 7.500 Metern beginnt auch die soge\u00adnannte Todes\u00adzone. Ab dieser H\u00f6he ist es einem mensch\u00adli\u00adchen K\u00f6rper nicht mehr m\u00f6glich, l\u00e4nger als eine bestimmte Zeit zu \u00fcber\u00adleben. Deshalb haben wir uns entschieden, den Gipfel sp\u00e4ter von Hoch\u00adlager 3 aus in Angriff zu nehmen. Nach unge\u00adf\u00e4hr zwei Wochen war dann die Hoch\u00adla\u00adger\u00adkette einge\u00adrichtet und wir gut akkli\u00adma\u00adti\u00adsiert, um den Gipfel\u00adsturm zu wagen. Nach einer erneuten mehr\u00adt\u00e4\u00adgigen Ruhe\u00adpause im Basis\u00adlager ging\u2018s dann los!<\/p>\n<div class=\"mgznkr-img-slider slides slider-classic size-large slider-cropped w-980\" id=\"mgznkr-img-slider-_7943_7941_7942_7940_7944\">\n<div class=\"slide-1\"><div class=\" slide-img-crop\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"980\" height=\"653\" src=\"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/Empfang-im-Kathmandu-mit-Blumenkette_web-980x653.jpg\" class=\"attachment-large size-large  slide-img-crop\" alt srcset=\"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/Empfang-im-Kathmandu-mit-Blumenkette_web-980x653.jpg 980w, https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/Empfang-im-Kathmandu-mit-Blumenkette_web-680x453.jpg 680w, https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/Empfang-im-Kathmandu-mit-Blumenkette_web-768x512.jpg 768w, 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Hoch\u00adlager 3. Essen zube\u00adreiten ist auf 6.800 Metern gar nicht so einfach!<\/p><\/div>\n<\/div>\n<h5>In Rich\u00adtung Gipfel \u2026 Hast du ihn erreicht?<\/h5>\n<p>Die Bedin\u00adgungen am Manaslu waren letztes Jahr sehr schwierig. Der Glet\u00adscher hatte sich in den Monaten zuvor so entwi\u00adckelt, dass es relativ viele steile Aufschw\u00fcnge gab, die es zu \u00fcber\u00adklet\u00adtern galt. Teil\u00adweise waren diese 80-90\u00b0 steil, und teils auch \u00fcber\u00adh\u00e4n\u00adgend. In einer solchen H\u00f6he ist das sehr anspruchs\u00advoll und kr\u00e4f\u00adte\u00adzeh\u00adrend. Wir sind dann die zuvor aufge\u00adbaute Hoch\u00adla\u00adger\u00adkette Lager f\u00fcr Lager hochgestiegen\/geklettert.<\/p>\n<p>Am sp\u00e4ten Vormittag des dritten Tages sind wir in Hoch\u00adlager 3 ange\u00adkommen, haben uns dort ein paar Stunden ausge\u00adruht und schlie\u00df\u00adlich abends um 18 Uhr den Gipfel\u00advor\u00adsto\u00df gestartet. Das Wetter war aufgrund der K\u00e4lte und eines Sturmes kritisch. Hier traten dann auch zum ersten Mal ernst\u00adhafte Probleme auf. Der Sauer\u00adstoff-Regu\u00adlator meines Klet\u00adters\u00adherpas war defekt bezie\u00adhungs\u00adweise einge\u00adfroren. Somit musste er ohne zus\u00e4tz\u00adli\u00adchen Sauer\u00adstoff klet\u00adtern, was ihm in dieser H\u00f6he logi\u00adscher\u00adweise sicht\u00adlich Probleme berei\u00adtete. Er wurde immer lang\u00adsamer und schw\u00e4\u00adcher und ich musste oft lange auf ihn warten, was aufgrund der K\u00e4lte nicht einfach ist.<\/p>\n<p>Wir waren mitten in der Todes\u00adzone und kamen schlecht voran. Seine Kr\u00e4fte schwanden und waren auf knapp 8.000 Metern am Ende. Er konnte nicht mehr weiter\u00adsteigen und war sehr geschw\u00e4cht. Sein Leben war akut gef\u00e4hrdet, sodass ich mich dazu entschied auf den Gipfel zu verzichten und zu versu\u00adchen, ihn irgendwie sicher nach unten zu bringen. Hilfe konnten wir keine erwarten, es waren sonst keine weiteren Berg\u00adsteiger in der N\u00e4he. Wir haben uns dann in insge\u00adsamt 17 Stunden nonstop Klet\u00adterei zur\u00fcck bis ins Hoch\u00adlager 3 runter gek\u00e4mpft und haben dort eine sehr unge\u00adm\u00fct\u00adliche und st\u00fcr\u00admi\u00adsche Nacht in 6.800 Metern verbracht.<\/p>\n<h5>Was ist dann passiert?<\/h5>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag sind wir Rich\u00adtung Basis\u00adlager abge\u00adstiegen und dort nach einigen Stunden wohl\u00adbe\u00adhalten ange\u00adkommen. Aufgrund des Winter\u00adein\u00adbru\u00adches und der nicht mehr vorhan\u00addenen Logis\u00adtik\u00adkette war klar, dass es keinen zweiten Gipfel\u00adver\u00adsuch geben wird. Nach einer weiteren Nacht Pause haben wir vom Basis\u00adlager aus dann das Trek\u00adking zur\u00fcck in die Zivi\u00adli\u00adsa\u00adtion ange\u00adtreten, was nach den zur\u00fcck\u00adlie\u00adgenden Wochen und vier Tagen Marsch im Dauer\u00adregen sehr anstren\u00adgend war. Nach zwei weiteren Tagen mit Gel\u00e4n\u00adde\u00adfahr\u00adzeugen sind wir ersch\u00f6pft, aber doch nicht ungl\u00fcck\u00adlich wieder in Kath\u00admandu ange\u00adkommen \u2026 eine hei\u00dfe Dusche, saubere und trockene Klamotten und ein k\u00fchles Bier waren ein Segen.<\/p>\n<h5>Wie stehen deine Familie und Freunde zu deiner \u2013 nicht ganz unge\u00adf\u00e4hr\u00adli\u00adchen \u2013Frei\u00adzeit\u00adbe\u00adsch\u00e4f\u00adti\u00adgung?<\/h5>\n<p>Gerade mein engster Kreis wei\u00df sehr genau, dass die Berge meine Leiden\u00adschaft sind, es mir dort einfach gut geht und ich mich dort zu Hause f\u00fchle. Ich mache mit meinen Freunden auch gele\u00adgent\u00adlich gesel\u00adlige Touren in den Bergen. Da geht\u2018s dann nicht um H\u00f6hen\u00admeter oder Kilo\u00admeter, sondern um die gemein\u00adsame Zeit. Nichts\u00addes\u00adto\u00adtrotz ist meine Familie aber nat\u00fcr\u00adlich schon besorgt, wenn es wieder los geht auf gro\u00dfe Tour. Und sie sind nat\u00fcr\u00adlich jedes Mal mehr als froh und beru\u00adhigt, wenn ich nach mehreren Wochen Funk\u00adstille heil und gesund nach Hause komme.<\/p>\n<h5>Der Manaslu-Gipfel blieb dir verwehrt. Wie gehst du mit dem Thema Erfolg und Schei\u00adtern um?<\/h5>\n<p>Ich sehe eine Berg\u00adbe\u00adstei\u00adgung und auch Expe\u00addi\u00adtion immer als Gesamt\u00adpaket. Es geht mir nicht nur darum, den Gipfel zu errei\u00adchen. Was drum rum passiert, die Anreise, das Trek\u00adking zum Berg, das Kennen\u00adlernen neuer Menschen und Kulturen, neue Erfah\u00adrungen et cetera geh\u00f6ren f\u00fcr mich genauso dazu. Allein deshalb hat sich gerade die Manaslu-Expe\u00addi\u00adtion schon in den ersten zehn Tagen gelohnt, bevor wir \u00fcber\u00adhaupt auf den Berg gestiegen sind. Der Gipfel ist wichtig f\u00fcr mich, aber nicht alles und schon gar nicht um jeden Preis.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7939\" aria-describedby=\"caption-attachment-7939\" style=\"width: 980px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7939 size-large\" src=\"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/In-der-Kueche-mit-unseren-Traegern-beim-Tee-trinken_web-980x653.jpg\" alt width=\"980\" height=\"653\" srcset=\"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/In-der-Kueche-mit-unseren-Traegern-beim-Tee-trinken_web-980x653.jpg 980w, https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/In-der-Kueche-mit-unseren-Traegern-beim-Tee-trinken_web-680x453.jpg 680w, https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/In-der-Kueche-mit-unseren-Traegern-beim-Tee-trinken_web-768x512.jpg 768w, https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/In-der-Kueche-mit-unseren-Traegern-beim-Tee-trinken_web-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/In-der-Kueche-mit-unseren-Traegern-beim-Tee-trinken_web.jpg 1800w\" sizes=\"auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px\"><figcaption id=\"caption-attachment-7939\" class=\"wp-caption-text\">In der K\u00fcche einer einhei\u00admi\u00adschen Familie trinkt Marc Gr\u00fcn mit den Tr\u00e4gern, die ihn auf seiner Expe\u00addi\u00adtion begleiten, einen Tee.<\/figcaption><\/figure>\n<h5>&nbsp;<\/h5>\n<h5>Bringt dir das Extrem\u00adberg\u00adsteigen auch etwas f\u00fcr den Beruf?<\/h5>\n<p>Ja, defi\u00adnitiv. Jede Berg\u00adtour ver\u00e4n\u00addert mich. Die Berge sind f\u00fcr mich wie eine Schule f\u00fcrs Leben. Sie lehren mich Dinge wie posi\u00adtive Ausein\u00adan\u00adder\u00adset\u00adzung und Durch\u00adhal\u00adte\u00adver\u00adm\u00f6gen. Oder das Vertrauen, dass wenn ich gen\u00fc\u00adgend Energie und Kraft in ein Projekt rein\u00adstecke, alles schaffen kann, was ich anpacke, auch wenn die Situa\u00adtion schwierig ist. Ich glaube, das sp\u00fcren auch meine Vorge\u00adsetzten, dass ich durch das Berg\u00adsteigen gewisse Eigen\u00adschaften entwi\u00adckelt habe, die mich vorw\u00e4rts\u00adbringen und auch in meinem Gesch\u00e4fts\u00adalltag hilf\u00adreich sind. Ich ziehe beispiels\u00adweise komplexe Projekte durch \u2013 trotz aller auftre\u00adtenden Schwie\u00adrig\u00adkeiten. Au\u00dferdem habe ich gelernt, zu prio\u00adri\u00adsieren. Was ist hier und jetzt gerade wichtig, und was viel\u00adleicht nicht? Wo muss meine Konzen\u00adtra\u00adtion jetzt hin? Im Gesch\u00e4fts\u00adalltag sehr hilf\u00adreich. Auch das lehren einem die Berge.<\/p>\n<h5>Du nutzt deinen Urlaub f\u00fcr deine Berg\u00adtouren. Wie erholst du dich trotzdem?<\/h5>\n<p>Die Berge sind f\u00fcr mich pure Erho\u00adlung. Nicht unbe\u00addingt eine mehr\u00adw\u00f6\u00adchige Expe\u00addi\u00adtion, aber einfache Touren alleine oder mit Freunden auf jeden Fall, beispiels\u00adweise in den Alpen. Nur zu Hause rumsitzen kann ich gar nicht, ein biss\u00adchen was mache ich immer. Nach der Manaslu-Expe\u00addi\u00adtion war ich lange k\u00f6rper\u00adlich und geistig ersch\u00f6pft, das war sozu\u00adsagen die Belas\u00adtung nach der Belas\u00adtung. Da helfen Entspan\u00adnungs\u00ad\u00fcbungen und Yoga. Die Kunst ist es, in der hekti\u00adschen Welt von heute mit vollen Termin\u00adka\u00adlen\u00addern, die kurzen Zeiten f\u00fcr eine Erho\u00adlung optimal zu nutzen.<\/p>\n<h5>Erf\u00e4hrst du Unter\u00adst\u00fct\u00adzung von Uhlmann?<\/h5>\n<p>Uhlmann als Arbeit\u00adgeber m\u00f6chte ich da wirk\u00adlich ein gro\u00dfes Kompli\u00adment machen. Ich konnte nicht erwarten, dass sie \u201aHurra\u2018 schreien, als ich ank\u00fcn\u00addigte, mehrere Wochen weg zu sein, um auf einen 8000er im fernen Hima\u00adlaya zu steigen. Sie haben das aber stets mit Begeis\u00adte\u00adrung aufge\u00adnommen und mich unter\u00adst\u00fctzt, wo es nur ging. Das ist nicht selbst\u00adver\u00adst\u00e4nd\u00adlich, und ich bin sehr dankbar dar\u00fcber.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7938\" aria-describedby=\"caption-attachment-7938\" style=\"width: 980px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7938 size-large\" src=\"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/IMG_20230921_061235_420_web-980x653.jpg\" alt width=\"980\" height=\"653\" srcset=\"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/IMG_20230921_061235_420_web-980x653.jpg 980w, https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/IMG_20230921_061235_420_web-680x453.jpg 680w, https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/IMG_20230921_061235_420_web-768x512.jpg 768w, https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/IMG_20230921_061235_420_web-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2024\/01\/IMG_20230921_061235_420_web.jpg 1800w\" sizes=\"auto, (max-width: 980px) 100vw, 980px\"><figcaption id=\"caption-attachment-7938\" class=\"wp-caption-text\">Mit Uhlmann im Hoch\u00adlager 1 auf 5.800 Metern (im Hinter\u00adgrund der Ostgipfel des Manaslu).<\/figcaption><\/figure>\n<h5>&nbsp;<\/h5>\n<h5>Wie geht\u2019s jetzt weiter f\u00fcr dich? Ruft dich schon ein weiterer Berg?<\/h5>\n<p>Ein paar klei\u00adnere Berge haben mich seit meiner R\u00fcck\u00adkehr aus Nepal durchaus schon gerufen. Hinsicht\u00adlich den ganz hohen Bergen dieser Welt habe ich schon w\u00e4hrend meines Abstiegs vom Manaslu gesp\u00fcrt, dass meine Mission dort oben vermut\u00adlich noch nicht ganz vor\u00fcber ist. Aber so eine Expe\u00addi\u00adtion h\u00e4ngt von vielen Faktoren ab, die passen m\u00fcssen. Und j\u00fcnger werde ich ja auch nicht, und ob man sich das ein weiteres Mal antun m\u00f6chte, muss schon gut \u00fcber\u00adlegt sein. Ein paar Ideen geis\u00adtern auf jeden Fall aber schon in meinem Hinter\u00adkopf \u2026<\/p>\n<h5>Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch, Marc!<\/h5>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schneller, h\u00f6her, besser werden. Das ist das Motto von Marc Gr\u00fcn. Seit sechs Jahren arbeitet der 46-J\u00e4hrige bei Uhlmann und erklimmt in seiner Frei\u00adzeit extrem hohe Berge \u2013 zuletzt den \u00fcber 8.000 Meter hohen Manaslu in Nepal. Was ihn daran reizt und was es ihm f\u00fcr seine Arbeit bringt, erz\u00e4hlt er hier.  [\u2026]<\/p>\n<p><a class=\"btn btn-secondary understrap-read-more-link\" href=\"https:\/\/pactuell.com\/de\/in-den-bergen-fuehl-ich-mich-zu-hause\/\">Weiter\u00adlesen&nbsp;\u2026<span class=\"screen-reader-text\"> from \u201eIn den Bergen f\u00fchl ich mich zu Hause\u201c<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":21,"featured_media":7937,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"wp_typography_post_enhancements_disabled":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-7946","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-pactuell"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7946","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/21"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=7946"}],"version-history":[{"count":26,"href":"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7946\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8106,"href":"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/7946\/revisions\/8106"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7937"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=7946"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=7946"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/pactuell.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=7946"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}