Interview„Wir gehören zur Uhlmann Group“

Seit 1. Mai 2021 führt Dr. Jens Elzenheimer unsere Group Company Axito. Hier spricht der CEO über sein erstes Jahr in der jungen Firma und erzählt, was gut lief, wo es noch hakt und was er von der polnischen Stadt Wroclaw (Breslau) hält.

Herr Dr. Elzen­heimer, Sie wurden vor etwas mehr als einem Jahr gemeinsam mit Alex­ander Schöll­horn Geschäfts­führer der Axito GmbH in Laup­heim und sind Geschäfts­führer von Axito in Wroclaw. Was hat Sie an der Stelle gereizt?

Bevor ich bei Axito anfing, war ich sechs Jahre lang bei Knorr-Bremse in München. Da war ich zwar auch im Bereich Ferti­gung, hatte aber eher stra­te­gi­sche Aufgaben. Ich wollte danach wieder zurück in eine opera­tive Verant­wor­tung. Außerdem habe ich es immer genossen, in einem mittel­stän­di­schen Betrieb zu arbeiten. Uhlmann ist ein stark gewach­sener Mittel­ständler mit Holding­struktur – ein Schwer­ge­wicht in der Branche. Aber die kurzen Dienst­wege eines Mittel­ständ­lers gibt es trotzdem noch. Das schätze ich sehr.

Wenn Sie das vergan­gene Jahr bei Axito und in der Uhlmann Group Revue passieren lassen: Wie haben Sie Ihr Ankommen erlebt?

Ich wurde überaus positiv empfangen. Sowohl bei Axito als auch von der Geschäfts­lei­tung und den Group Compa­nies wurde ich sehr schnell im Team aufge­nommen. Alle waren sehr offen, sehr freund­lich und sehr koope­rativ. So fand ich mich schnell im Unter­nehmen zurecht.

Und wo lagen die Heraus­for­de­rungen?

Heraus­for­dernd war, dass Axito ein neues Kind der Gruppe ist. Was zur Grün­dung von Axito 2019 stra­te­gisch fest­ge­setzt wurde, müssen wir jetzt an die Realität anpassen. Früher hat beispiels­weise alles quasi auf Zuruf funk­tio­niert, weil es eine Firma war. Durch die Eigen­stän­dig­keit Axitos haben sich Schnitt­stellen aufgetan, die Verbes­se­rungs­po­ten­zial bei den Abläufen aufzeigen. Diese Schnitt­stellen haben wir im Fokus, um den Prozess reibungslos zu gestalten. Die zweite Heraus­for­de­rung war und ist, dass Mitar­bei­tende, die Uhlmänner waren, nun bei Axito und damit in einer anderen Firma tätig sind. Das bedeutet, wir müssen unsere eigene Iden­tität finden, gehören aber zur Uhlmann Group. Hier gilt es, die rich­tige Balance zu finden.

Wie gehen Sie vor, um aus Uhlmän­nern Axito­aner zu machen?

Die Prägung unserer Iden­tität beginnt mit einfa­chen Dingen, zum Beispiel dem eigenen Logo auf der Arbeits­klei­dung. Wichtig ist aber vor allem, dass das Führungs­team und Werks­mit­ar­bei­tende gemeinsam ein Ziel­bild entwi­ckeln und fest­legen: Was wollen wir? Was sind wir? Und was sind wir nicht bei Axito? Das haben wir in einem Stra­te­gie­pro­zess im letzten Jahr voran­ge­trieben und ausfor­mu­liert. Jetzt müssen wir das Ganze in die Realität über­führen und die Ansätze mit Leben füllen. Da ist es sicher­lich von Vorteil, dass wir jetzt wieder physisch zusam­men­kommen können – ob im Werk oder bei gemein­samen Veran­stal­tungen fürs Team­buil­ding. Zum gegen­sei­tigen Verständnis trägt auch bei, dass immer wieder Mitar­bei­tende aus Deutsch­land für längere Zeit in Polen sind oder Kolle­ginnen und Kollegen aus Polen zu anderen Stand­orten und in Group Compa­nies reisen.

Mich treibt an, am Ende des Tages das Gefühl zu haben, dass etwas besser geworden ist, ich irgendwo geholfen, Probleme gelöst oder jemanden unter­stützt habe.

Dr. Jens Elzen­heimer, CEO Axito

Sie selbst sind unge­fähr alle drei Wochen in Wroclaw. Wie sieht denn ein typi­scher Tag bei Ihnen aus?

Einen typi­schen Tag gibt es bei mir nicht. Das finde ich aber auch span­nend: Mir gefällt es, morgens aufzu­wa­chen und nicht genau zu wissen, was der Tag bringt – außer, dass der Kalender meis­tens recht voll ist. Es gibt Regel­ter­mine, die ich, wenn möglich, immer wahr­nehme, weil es mir wichtig ist, nah an der Mann­schaft zu sein und mitzu­kriegen, was los ist. Aber ansonsten versuche ich, so flexibel und schnell wie möglich auf Themen zu reagieren.

Was treibt Sie an?

Mich treibt an, am Ende des Tages das Gefühl zu haben, dass etwas besser geworden ist, ich irgendwo geholfen, Probleme gelöst oder jemanden unter­stützt habe. Mir gefällt es aber auch, eine lang­fris­tige Entwick­lung zu sehen. Denn man bewegt sich ja auf einem Pfad, der vorwärts­ge­richtet ist – auch, wenn es immer mal gilt, einen Umweg oder ein paar Schritte rück­wärts­zu­gehen. Außerdem gewinne ich gerne neue Erkennt­nisse. Nur, wenn man sich immer wieder mit neuen Themen beschäf­tigt und sich neuen Aufgaben stellt, kann man Erfah­rungen sammeln und sie für künf­tige Heraus­for­de­rungen nutzen.

Was ist Ihr wich­tigstes Arbeits­gerät?

Mein Kopf. Zum Denken, aber auch zum Sehen und zum Kommu­ni­zieren.

Beim Spazieren mit seinem Hund entspannt Dr. Jens Elzen­heimer vom Geschäfts­füh­rer­alltag.
Und wie schalten Sie Ihren Kopf auch mal ab?

Einen Ausgleich schaffe ich mir vor allem durch Zeit mit meiner Frau und meinen beiden Kindern. Ich sehe sie in der Regel nur am Wochen­ende, da sie in der Nähe von Aschaf­fen­burg wohnen. Deshalb versuche ich, es strikt zu trennen: Wochen­ende ist Wochen­ende, und das gehört der Familie. Außerdem gehe ich Laufen, drehe größere Runden mit dem Hund oder setze mich aufs Moun­tain­bike und fahre durch den Oden­wald oder Spes­sart. Reisen ist uns auch wichtig, vor allem Städ­te­trips, bei denen man Land und Leute kennen­lernt.

Wie gefällt Ihnen denn Wroclaw?

Das ist eine wunder­schöne Stadt! Wroclaw ist eine sehr moderne, offene und junge Stadt: Von den 650.000 Einwoh­nern sind 120.000 Studie­rende, und das merkt man auch. Auch land­schaft­lich und archi­tek­to­nisch ist es sehr schön. Ich kann es jedem drin­gend empfehlen, sich das mal anzu­gu­cken und ein paar Tage in Wroclaw zu verbringen!

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Dr. Elzen­heimer!

Axito wurde 2019 als Uhlmann-Grup­pen­ge­sell­schaft gegründet und ist seit 1. April 2021 ein eigen­stän­diges Unter­nehmen inner­halb der Uhlmann Group. Axito fertigt Maschi­nen­bau­teile und -kompo­nenten – zu circa 95 Prozent für Group Compa­nies, aber auch für andere Unter­nehmen. Insge­samt arbeiten 235 Menschen bei Axito – 163 in Laup­heim, 72 in Wroclaw, Polen. Zum Führungs­team gehören in Laup­heim der Werk­leiter Serhat Toykan und die drei Abtei­lungs­leiter Chris­to­pher Almes (opera­tive Ferti­gung), Karl Braig (Instand­hal­tung) und Philipp Flei­scher (Arbeits­vor­be­rei­tung, Planung). In Wroclaw ist das Führungs­team breiter aufge­stellt, weil zum eigen­stän­digen Werk auch admi­nis­tra­tive Bereiche wie Finanzen, Personal und IT gehören. Werk­leiter ist Maciej Karpo­wicz.

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