Interview„Wir bleiben am Puls der Zeit“

Seit vergangenem Sommer ist Dr. Olaf Weinmann als Vice President Digital Solutions für die Digitalthemen bei Uhlmann verantwortlich. Mit pactuell hat der promovierte Mathematiker darüber gesprochen, wie es um die Digitalisierung im Unternehmen bestellt ist, wohin die Reise gehen soll und wie ein DJ die erste Kontaktaufnahme mit Uhlmann begünstigte.

Herr Dr. Wein­mann, bevor wir eintau­chen in Ihr Fach­ge­biet, erst einmal zur Begriffs­klä­rung: Was bedeutet bei Uhlmann Digi­ta­li­sie­rung?

Bei der Digi­ta­li­sie­rung gibt es zwei Stoß­rich­tungen: Einmal vom Markt und Kunde kommend und einmal auf die internen Prozesse bezogen. Deshalb reden wir von der externen und der internen Digi­ta­li­sie­rung. Die beiden Begriffe sind aber über­lap­pend und nicht trenn­scharf. Bei der externen Digi­ta­li­sie­rung geht es für uns um den soge­nannten Solu­tion Gedanken: Unsere Lösungen bestehen dabei aus Maschine, Soft­ware und Service. Wir wollen unsere Kunden best­mög­lich mit vor allem sicheren, aber genauso inno­va­tiven Lösungen bedienen.

Mit der internen Digi­ta­li­sie­rung opti­mieren wir unsere Prozesse und erhöhen so unsere Effi­zienz – zum Beispiel durch die Inte­gra­tion verschie­dener IT-Systeme und durch die Auto­ma­ti­sie­rung von manu­ellen Vorgängen, um unseren Mitar­bei­tenden mit digi­talen Mitteln die Arbeit zu erleich­tern.

Sie sind promo­vierter Mathe­ma­tiker. Was hat dazu geführt, dass Sie sich beruf­lich der Digi­ta­li­sie­rung widmen?

In Kontakt mit einem Computer kam ich zum ersten Mal mit unge­fähr 14 Jahren. Damals habe ich mit dem Program­mieren begonnen und quasi nie wieder aufge­hört. Weil meine Lieb­lings­fä­cher in der Schule Mathe und IT waren, studierte ich beides. Promo­viert habe ich dann aller­dings im Fach Mathe­matik, Computer blieben aber meine Leiden­schaft. In dieser Zeit baute ich meine Computer selbst zusammen und program­mierte hobby­mäßig. Beruf­lich machte ich dann eine kurze Station von wenigen Jahren im Finanz­be­reich, habe mich dann aber wieder meiner alten Liebe zuge­wandt und mein Hobby zum Beruf gemacht. Bevor ich zu Uhlmann kam, war ich bei Bosch konzern­über­grei­fend bei diversen Initia­tiven der Digi­ta­li­sie­rung betei­ligt und habe tiefe Einblicke in ihre verschie­denen Ausprä­gungen in den unter­schied­li­chen Domänen bekommen. Diese Erfah­rung bringe ich nun bei Uhlmann ein.

Gemeinsam mit seiner Frau Jolanda lebt Dr. Olaf Wein­mann in der Nähe von Ravens­burg.
Sie sind seit Juli 2023 im Unter­nehmen. Was hat Sie zu Uhlmann geführt?

Wenn man so will, gab ein DJ, dessen Musik ich gern höre, den initialen Impuls. Ich wurde von einer Perso­nal­ver­mitt­lung, welche einen ähnli­chen Firmen­namen hat wie der besagte DJ, auf eine inter­es­sante Stelle im Bereich der Digi­ta­li­sie­rung aufmerksam gemacht.  Ich deutete das als gutes Zeichen und antwor­tete zum ersten Mal in meiner Berufs­lauf­bahn auf eine solche Anfrage. Daraufhin fanden sehr guten Gespräche mit der Geschäfts­füh­rung statt und ich lernte die Firma Uhlmann kennen. Voll­ends über­zeugt war ich dann, als Gert Jaudas mich durch die Produk­ti­ons­hallen führte. Als ich die wirk­lich beein­dru­ckenden Maschinen sah, war mir klar: Hier liegt meine Zukunft!

Wie haben Sie Ihre ersten Monate bei Uhlmann erlebt?

Bei meiner Einar­bei­tung erfuhr ich unglaub­lich viel Unter­stüt­zung. Bis jetzt genieße ich jeden Arbeitstag. Das liegt an meinen Aufgaben, vor allem aber auch an dem wirk­lich tollen Team, mit dem ich zusam­men­ar­beiten darf. Damit meine ich nicht nur die Kolle­ginnen und Kollegen der Busi­ness Unit Digital Solu­tions sondern alle, mit denen ich aktuell Schnitt­punkte habe – und das sind sehr viele.

In Bezug auf die Digi­ta­li­sie­rung herrscht bei Uhlmann eine rich­tige Aufbruch­stim­mung.

Dr. Olaf Wein­mann
Wie empfinden Sie den Unter­neh­mens­geist bei Uhlmann?

Bei allen Kolle­ginnen und Kollegen spüre ich, dass die Werte unseres Fami­li­en­un­ter­neh­mens, mit denen auch ich mich schon vor meinem Eintritt iden­ti­fi­ziert hatte, gelebt werden: „stark“, „offen“ und „verläss­lich“.

Ich war zwar auch in meinem bishe­rigen Umfeld eines Groß­kon­zerns glück­lich – aber das war natür­lich etwas anderes. Alles lief viel anonymer ab. Dieses Wir-Gefühl bei Uhlmann schätze ich überaus! Wir ziehen gemeinsam an einem Strang – und auch in dieselbe Rich­tung –, um unser Unter­nehmen als Ganzes voran­zu­bringen. Speziell in Bezug auf die Digi­ta­li­sie­rung herrscht bei Uhlmann eine rich­tige Aufbruch­stim­mung. Wir glauben an den soge­nannten „Solu­tion Gedanken“: Die enge Verzah­nung von Maschine, Soft­ware und Service ist es auch, die uns von unseren Wett­be­wer­bern unter­scheidet. Verbunden mit unserer lang­jäh­rigen Erfah­rung in der Pharma-Branche ergibt das unseren USP, unser Allein­stel­lungs­merkmal. Mit unserem Digital-Solu­tions-Bereich haben wir eine sehr leis­tungs­fä­hige Orga­ni­sa­tion für alle Soft­ware-Themen und wir arbeiten sehr eng mit den anderen Berei­chen zusammen, um diesen USP zu heben.

Als Vice Presi­dent Digital Solu­tions sind Sie für alle Digi­tal­themen bei Uhlmann verant­wort­lich und leiten die Busi­ness Unit Digital Solu­tions. Wie sieht ein typi­scher Arbeitstag bei Ihnen aus?

Nach einer Stunde Fahrt­zeit von meinem Zuhause bei Ravens­burg komme ich, sofern ich nicht auf Reisen bin, um 7 Uhr im Büro an. Mein erster Gang ist zur Kaffee­ma­schine, damit die schon einmal aufheizen kann, während ich ankomme. Da es zu dieser Zeit noch ruhig ist, kann ich mich auf E-Mails und orga­ni­sa­to­ri­sche Themen konzen­trieren. Dann folgen meis­tens inten­sive Abstim­mungen mit Kunden und Kollegen zu fach­li­chen und stra­te­gi­schen Themen. Der Kalender ist in der Regel über Wochen im Voraus ausge­bucht. Trotzdem versuche ich, regel­mäßig Zeit für krea­tive Arbeit zu blocken. Dann widme ich mich stra­te­gi­schen Über­le­gungen, halte mich zu Trends auf dem Laufenden und bilde mich weiter. Am Ende des Arbeits­tags schließt sich der Kreis dann meist wieder mit orga­ni­sa­to­ri­schen Themen und der Beant­wor­tung von E-Mails.

Eines von Dr. Olaf Wein­manns größten Hobbys ist die Digi­ta­li­sie­rung seines Zuhauses. Sein Smart Home verfügt über ein ausge­klü­geltes Beleuch­tungs­kon­zept.
Welche Heraus­for­de­rung treibt Sie derzeit beson­ders um?

Wir arbeiten derzeit sehr stark an Erwei­te­rungen unseres digi­talen Produkt­port­fo­lios und der konse­quenten Umset­zung unserer Digi­tal­stra­tegie. Die Welt dreht sich im Bereich der Digi­ta­li­sie­rung sehr schnell und ich sehe mich und mein Team hier in der Verant­wor­tung, am Puls der Zeit zu bleiben.

Wo steht Uhlmann bei der Digi­ta­li­sie­rung gegen­wärtig?

Wir sind gut aufge­stellt. Die lang­jäh­rige Erfah­rung in der Soft­ware­ent­wick­lung und auch der eigene Digi­tal­be­reich machen Uhlmann zum Vorreiter bei Digi­ta­li­sie­rungs­themen – internen wie externen. Natür­lich ist aber die Digi­ta­li­sie­rung etwas, das im Grunde nie abge­schlossen sein wird.

Und wo soll’s hingehen? Welche Ziele haben Sie für das Unter­nehmen?

Wir werden den Solu­tion-Gedanken und den Drei­klang aus Maschine, Soft­ware und Service im Rahmen der Umset­zung unserer Digi­tal­stra­tegie weiter stärken. Wichtig ist uns dabei, dass unsere daten­ge­trie­benen Lösungen zur Effi­zienz, Nach­hal­tig­keit und Sicher­heit bei unseren Kunden beitragen. Bestehende Tech­no­lo­gien werden wir durch die Bereiche Data Manage­ment, Analy­tics und auch KI erwei­tern, und wir arbeiten gerade hier sehr intensiv mit unserem Future Lab und der IT zusammen.

Ob wir unsere Ziele errei­chen, steht und fällt mit der Zusam­men­ar­beit unserer Busi­ness Units.

Dr. Olaf Wein­mann
Wie wollen Sie diese Ziele errei­chen? Was braucht es dafür?

Die digi­tale Trans­for­ma­tion, in der sich Uhlmann gerade befindet, ist in erster Linie eine kultu­relle Heraus­for­de­rung. Um ihr zu begegnen, braucht es jede und jeden in der Beleg­schaft, weshalb wir die Kolle­ginnen und Kollegen einbinden und zusammen die besten Lösungen finden. Ob wir unsere Ziele errei­chen, steht und fällt mit der Zusam­men­ar­beit unserer Busi­ness Units. Hierbei insbe­son­dere mit den Berei­chen Maschi­nenbau, Soft­ware­ent­wick­lung und After Sales bezie­hungs­weise Service. Deshalb schauen wir genau auf die Zusam­men­ar­beits­mo­delle und -prozesse und opti­mieren sie. Zudem stärken wir unsere Regionen und binden sie aktiv in unsere stra­te­gi­schen Über­le­gungen ein.

Wie digital sind Sie privat unter­wegs?

Ziem­lich genau so wie beruf­lich: Ich habe schon vor circa zehn Jahren damit begonnen, mein Zuhause in ein Smart Home zu verwan­deln. Das ist inzwi­schen eines meiner größten Hobbys, und mein Haus ist zu einer umfang­rei­chen tech­ni­schen Lösung geworden. Ich habe zum Beispiel große Freude an ausge­klü­gelten Beleuch­tungs­kon­zepten. Und ich darf inzwi­schen die ganze Familie mit der entspre­chenden Tech­no­logie versorgen …

Was sind Ihre liebsten analogen Beschäf­ti­gungen?

(lacht) Meine Katze ist ziem­lich analog. Tatsäch­lich steht für mich meine Familie im abso­luten Mittel­punkt und ich verbringe einen Groß­teil meiner Frei­zeit im fami­liären Umfeld. Ansonsten treibe ich viel Sport, arbeite im Garten und bin ein leiden­schaft­li­cher Heim­werker – auch ohne digi­tale Tools.

Vielen Dank für das Gespräch!
Besser dank Ihnen!
Bitte bewerten Sie diesen Artikel:
+1+2+3+4+5
Loading...

Vielen Dank!

Verpassen Sie keine Geschichte!

Abonnieren Sie jetzt den pactuell-Newsletter und erhalten Sie Infos zu neuen Artikeln direkt in Ihr E-Mail-Postfach:

Informationen zum Abo und zum Datenschutz finden Sie hier.

Zurück zur Übersicht: Alle Artikel