Herr Dr. Weinmann, bevor wir eintauchen in Ihr Fachgebiet, erst einmal zur Begriffsklärung: Was bedeutet bei Uhlmann Digitalisierung?
Bei der Digitalisierung gibt es zwei Stoßrichtungen: Einmal vom Markt und Kunde kommend und einmal auf die internen Prozesse bezogen. Deshalb reden wir von der externen und der internen Digitalisierung. Die beiden Begriffe sind aber überlappend und nicht trennscharf. Bei der externen Digitalisierung geht es für uns um den sogenannten Solution Gedanken: Unsere Lösungen bestehen dabei aus Maschine, Software und Service. Wir wollen unsere Kunden bestmöglich mit vor allem sicheren, aber genauso innovativen Lösungen bedienen.
Mit der internen Digitalisierung optimieren wir unsere Prozesse und erhöhen so unsere Effizienz – zum Beispiel durch die Integration verschiedener IT-Systeme und durch die Automatisierung von manuellen Vorgängen, um unseren Mitarbeitenden mit digitalen Mitteln die Arbeit zu erleichtern.
Sie sind promovierter Mathematiker. Was hat dazu geführt, dass Sie sich beruflich der Digitalisierung widmen?
In Kontakt mit einem Computer kam ich zum ersten Mal mit ungefähr 14 Jahren. Damals habe ich mit dem Programmieren begonnen und quasi nie wieder aufgehört. Weil meine Lieblingsfächer in der Schule Mathe und IT waren, studierte ich beides. Promoviert habe ich dann allerdings im Fach Mathematik, Computer blieben aber meine Leidenschaft. In dieser Zeit baute ich meine Computer selbst zusammen und programmierte hobbymäßig. Beruflich machte ich dann eine kurze Station von wenigen Jahren im Finanzbereich, habe mich dann aber wieder meiner alten Liebe zugewandt und mein Hobby zum Beruf gemacht. Bevor ich zu Uhlmann kam, war ich bei Bosch konzernübergreifend bei diversen Initiativen der Digitalisierung beteiligt und habe tiefe Einblicke in ihre verschiedenen Ausprägungen in den unterschiedlichen Domänen bekommen. Diese Erfahrung bringe ich nun bei Uhlmann ein.

Sie sind seit Juli 2023 im Unternehmen. Was hat Sie zu Uhlmann geführt?
Wenn man so will, gab ein DJ, dessen Musik ich gern höre, den initialen Impuls. Ich wurde von einer Personalvermittlung, welche einen ähnlichen Firmennamen hat wie der besagte DJ, auf eine interessante Stelle im Bereich der Digitalisierung aufmerksam gemacht. Ich deutete das als gutes Zeichen und antwortete zum ersten Mal in meiner Berufslaufbahn auf eine solche Anfrage. Daraufhin fanden sehr guten Gespräche mit der Geschäftsführung statt und ich lernte die Firma Uhlmann kennen. Vollends überzeugt war ich dann, als Gert Jaudas mich durch die Produktionshallen führte. Als ich die wirklich beeindruckenden Maschinen sah, war mir klar: Hier liegt meine Zukunft!
Wie haben Sie Ihre ersten Monate bei Uhlmann erlebt?
Bei meiner Einarbeitung erfuhr ich unglaublich viel Unterstützung. Bis jetzt genieße ich jeden Arbeitstag. Das liegt an meinen Aufgaben, vor allem aber auch an dem wirklich tollen Team, mit dem ich zusammenarbeiten darf. Damit meine ich nicht nur die Kolleginnen und Kollegen der Business Unit Digital Solutions sondern alle, mit denen ich aktuell Schnittpunkte habe – und das sind sehr viele.
In Bezug auf die Digitalisierung herrscht bei Uhlmann eine richtige Aufbruchstimmung.
Dr. Olaf Weinmann
Wie empfinden Sie den Unternehmensgeist bei Uhlmann?
Bei allen Kolleginnen und Kollegen spüre ich, dass die Werte unseres Familienunternehmens, mit denen auch ich mich schon vor meinem Eintritt identifiziert hatte, gelebt werden: „stark“, „offen“ und „verlässlich“.
Ich war zwar auch in meinem bisherigen Umfeld eines Großkonzerns glücklich – aber das war natürlich etwas anderes. Alles lief viel anonymer ab. Dieses Wir-Gefühl bei Uhlmann schätze ich überaus! Wir ziehen gemeinsam an einem Strang – und auch in dieselbe Richtung –, um unser Unternehmen als Ganzes voranzubringen. Speziell in Bezug auf die Digitalisierung herrscht bei Uhlmann eine richtige Aufbruchstimmung. Wir glauben an den sogenannten „Solution Gedanken“: Die enge Verzahnung von Maschine, Software und Service ist es auch, die uns von unseren Wettbewerbern unterscheidet. Verbunden mit unserer langjährigen Erfahrung in der Pharma-Branche ergibt das unseren USP, unser Alleinstellungsmerkmal. Mit unserem Digital-Solutions-Bereich haben wir eine sehr leistungsfähige Organisation für alle Software-Themen und wir arbeiten sehr eng mit den anderen Bereichen zusammen, um diesen USP zu heben.
Als Vice President Digital Solutions sind Sie für alle Digitalthemen bei Uhlmann verantwortlich und leiten die Business Unit Digital Solutions. Wie sieht ein typischer Arbeitstag bei Ihnen aus?
Nach einer Stunde Fahrtzeit von meinem Zuhause bei Ravensburg komme ich, sofern ich nicht auf Reisen bin, um 7 Uhr im Büro an. Mein erster Gang ist zur Kaffeemaschine, damit die schon einmal aufheizen kann, während ich ankomme. Da es zu dieser Zeit noch ruhig ist, kann ich mich auf E-Mails und organisatorische Themen konzentrieren. Dann folgen meistens intensive Abstimmungen mit Kunden und Kollegen zu fachlichen und strategischen Themen. Der Kalender ist in der Regel über Wochen im Voraus ausgebucht. Trotzdem versuche ich, regelmäßig Zeit für kreative Arbeit zu blocken. Dann widme ich mich strategischen Überlegungen, halte mich zu Trends auf dem Laufenden und bilde mich weiter. Am Ende des Arbeitstags schließt sich der Kreis dann meist wieder mit organisatorischen Themen und der Beantwortung von E-Mails.

Welche Herausforderung treibt Sie derzeit besonders um?
Wir arbeiten derzeit sehr stark an Erweiterungen unseres digitalen Produktportfolios und der konsequenten Umsetzung unserer Digitalstrategie. Die Welt dreht sich im Bereich der Digitalisierung sehr schnell und ich sehe mich und mein Team hier in der Verantwortung, am Puls der Zeit zu bleiben.
Wo steht Uhlmann bei der Digitalisierung gegenwärtig?
Wir sind gut aufgestellt. Die langjährige Erfahrung in der Softwareentwicklung und auch der eigene Digitalbereich machen Uhlmann zum Vorreiter bei Digitalisierungsthemen – internen wie externen. Natürlich ist aber die Digitalisierung etwas, das im Grunde nie abgeschlossen sein wird.
Und wo soll’s hingehen? Welche Ziele haben Sie für das Unternehmen?
Wir werden den Solution-Gedanken und den Dreiklang aus Maschine, Software und Service im Rahmen der Umsetzung unserer Digitalstrategie weiter stärken. Wichtig ist uns dabei, dass unsere datengetriebenen Lösungen zur Effizienz, Nachhaltigkeit und Sicherheit bei unseren Kunden beitragen. Bestehende Technologien werden wir durch die Bereiche Data Management, Analytics und auch KI erweitern, und wir arbeiten gerade hier sehr intensiv mit unserem Future Lab und der IT zusammen.
Ob wir unsere Ziele erreichen, steht und fällt mit der Zusammenarbeit unserer Business Units.
Dr. Olaf Weinmann
Wie wollen Sie diese Ziele erreichen? Was braucht es dafür?
Die digitale Transformation, in der sich Uhlmann gerade befindet, ist in erster Linie eine kulturelle Herausforderung. Um ihr zu begegnen, braucht es jede und jeden in der Belegschaft, weshalb wir die Kolleginnen und Kollegen einbinden und zusammen die besten Lösungen finden. Ob wir unsere Ziele erreichen, steht und fällt mit der Zusammenarbeit unserer Business Units. Hierbei insbesondere mit den Bereichen Maschinenbau, Softwareentwicklung und After Sales beziehungsweise Service. Deshalb schauen wir genau auf die Zusammenarbeitsmodelle und -prozesse und optimieren sie. Zudem stärken wir unsere Regionen und binden sie aktiv in unsere strategischen Überlegungen ein.
Wie digital sind Sie privat unterwegs?
Ziemlich genau so wie beruflich: Ich habe schon vor circa zehn Jahren damit begonnen, mein Zuhause in ein Smart Home zu verwandeln. Das ist inzwischen eines meiner größten Hobbys, und mein Haus ist zu einer umfangreichen technischen Lösung geworden. Ich habe zum Beispiel große Freude an ausgeklügelten Beleuchtungskonzepten. Und ich darf inzwischen die ganze Familie mit der entsprechenden Technologie versorgen …
Was sind Ihre liebsten analogen Beschäftigungen?
(lacht) Meine Katze ist ziemlich analog. Tatsächlich steht für mich meine Familie im absoluten Mittelpunkt und ich verbringe einen Großteil meiner Freizeit im familiären Umfeld. Ansonsten treibe ich viel Sport, arbeite im Garten und bin ein leidenschaftlicher Heimwerker – auch ohne digitale Tools.
Vielen Dank für das Gespräch!
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