Herr Sailer, welche Aufgaben und Verantwortlichkeiten haben Sie als Vice President Customer Support & Services bei Uhlmann?
Im Grunde geht es in meiner Rolle um eines: den Kunden. Und darum, dass er mit uns zufrieden ist. Ich verantworte weltweit den gesamten Servicebereich – also alles, was passiert, nachdem unsere Maschinen beim Kunden stehen: von Ersatzteilen, Upgrades, Formatteilen über Servicetechniker bis hin zum Support und Training unserer Kunden.
Mir ist dabei wichtig, dass Service mehr ist als nur zu reagieren, wenn etwas nicht funktioniert. Wir wollen unsere Kunden unterstützen und ihnen helfen, mit unseren Lösungen erfolgreich zu arbeiten. Dafür entwickeln wir den Service kontinuierlich weiter – zum Beispiel durch neue digitale Angebote oder den Einsatz von Technologien wie Remote Services und künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig spielen unsere Mitarbeitenden eine ganz zentrale Rolle: ihre Kompetenz und ihr Einsatz machen am Ende den Unterschied. Kurz gesagt: Wir wollen Service so gestalten, dass er für unsere Kunden einen echten Mehrwert schafft. Wir möchten Lösungen liefern und nicht nur ein Formatteil, einen Technikereinsatz oder eine neue Maschine.

Wir möchten Lösungen liefern und nicht nur ein Formatteil, einen Technikereinsatz oder eine neue Maschine.
Thomas Sailer, Vice President Customer Support & Services
Welche Bedeutung hat Customer Support & Services aus Ihrer Sicht für Uhlmann?
Für mich ist jeder Kontakt mit dem Kunden ein Erlebnis. Und an jedem dieser Kontaktpunkte müssen wir es schaffen, den Kunden zu begeistern. Das entscheidet, wie wir wahrgenommen werden – als verlässlich, kompetent und partnerschaftlich oder eben nicht. Der Service ist hier mit entscheidend, weil er oft der häufigste und persönlichste Kontaktpunkt zum Kunden ist. Gerade wenn etwas nicht funktioniert oder eine Herausforderung entsteht, sind wir gefragt – und können den Tag für den Kunden positiv oder negativ prägen. Ich sehe den Service deshalb als weit mehr als nur Unterstützung oder Inbetriebnahme. Er ist ein entscheidender Hebel für Kundenzufriedenheit und hierbei muss das komplette Unternehmen helfen und den Kunden in den Mittelpunkt stellen. Durch das, was unsere Kunden im Servicefall erleben, entsteht unsere Marke jeden Tag neu.
Was macht für Sie guten Kundenservice aus?
Guter Kundenservice ist für mich vor allem verlässlich und fasziniert den Kunden durch Schaffung von Mehrwerten. Das, was wir versprechen, muss auch eingehalten werden – sei es bei Reaktionszeiten oder bei unseren versprochenen Leistungen. Gleichzeitig braucht es viel Fachkompetenz und Empathie im Umgang mit dem Kunden. Entscheidend ist aber auch, vorausschauend zu denken. Es geht nicht nur darum, ein akutes Problem zu beheben, sondern die Anwendung wirklich zu verstehen und gemeinsam mit dem Kunden in Lösungen zu denken. Am Ende geht es immer um langfristige Partnerschaft für uns und den Kunden.
Sie sind nun seit einigen Monaten im Unternehmen. Wie haben Sie Ihre ersten Monate bei Uhlmann erlebt?
Meine ersten Monate bei Uhlmann waren sehr intensiv – im positiven Sinne. Ich wurde von Anfang an sehr offen aufgenommen, und viele Kolleginnen und Kollegen haben sich Zeit genommen, meine Fragen zu beantworten. Was mich besonders beeindruckt hat, ist die hohe technische Kompetenz der Teams und die starke Identifikation mit dem Unternehmen. Man spürt, dass viele hier wirklich für Uhlmann stehen – das finde ich klasse. Ich würde auch sagen: Ich bin inzwischen selbst ein ‚Uhlmann‘ geworden. Diese Identifikation ist für mich wichtig, um die Marke und unsere Produkte glaubwürdig beim Kunden vertreten zu können. Auch der klare strategische Anspruch hat mich beeindruckt, etwa mit Blick auf unsere GO FOR 30-Strategie und wie stark sich die Mitarbeitenden damit identifizieren.
Ich bin inzwischen selbst ein ‚Uhlmann‘ geworden. Diese Identifikation ist für mich wichtig, um die Marke und unsere Produkte glaubwürdig beim Kunden vertreten zu können.
Thomas Sailer, Vice President Customer Support & Services
Welche Themen beschäftigen Sie derzeit im Bereich Customer Support & Services besonders?
Ein zentrales strategisches Thema ist für mich, den Service noch konsequenter kundenzentriert auszurichten. Das bedeutet auch, an unserer Denkweise zu arbeiten – weg von klassischen Mustern hin zu der Frage: Wie können wir Kunden helfen, besser zu werden und damit einen Mehrwert schaffen? Es geht darum, stärker in Lösungen zu denken, den Kunden anders zu befragen und unsere bestehenden Serviceleistungen besser miteinander zu verzahnen.
Gleichzeitig sehe ich großes Potenzial in Themen wie Internationalisierung, Standardisierung und Digitalisierung. Unser Anspruch muss sein, Service global einheitlich erlebbar zu machen und näher an den Märkten zu sein. Insgesamt geht es also darum, den Service weiterzuentwickeln – sowohl in der Zusammenarbeit als auch in der Ausrichtung auf den Kunden.
Wie verändert sich der Servicebereich durch Digitalisierung oder neue Technologien?
Digitalisierung und neue Technologien wie KI können uns schneller und effizienter machen. Zum Beispiel helfen sie dabei, Anfragen schneller zu beantworten, Wissen besser verfügbar zu machen oder Einsätze gezielter zu steuern. Denn das erwarten unsere Kunden.
Trotzdem ist für mich ganz klar: Der Mensch bleibt im Service entscheidend. KI kann unterstützen, aber sie kann den persönlichen Kontakt und die Empathie nicht ersetzen. Technologie und Mensch wirken im Service zusammen, aber gerade die Beziehung zum Kunden, das Verständnis für seine Situation – das ist etwas, das nur unsere Mitarbeitenden leisten können. Also, KI ersetzt keine Menschen, aber sie ersetzt Ahnungslosigkeit und Service kann mit KI menschlicher sein als ohne Menschen. Vielleicht ist ohne KI die Menschlichkeit sogar bald unbezahlbar…
Unser Ziel ist deshalb, KI so einzusetzen, dass sie unsere Service-Expertinnen und -Experten entlastet und ihnen mehr Raum gibt für das, was wirklich zählt: den direkten Austausch und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Kunden: Die Technologie übernimmt die Kälte der Routine – damit Menschen die Wärme des Service liefern können.
Der Mensch bleibt im Service entscheidend. KI kann unterstützen, aber sie kann den persönlichen Kontakt und die Empathie nicht ersetzen.
Thomas Sailer, Vice President Customer Support & Services
Was ist Ihnen in der Zusammenarbeit mit Ihrem Team, aber auch in der Zusammenarbeit mit anderen Bereichen wichtig?
Für eine gute Zusammenarbeit ist mir vor allem wichtig, dass wir die richtigen Fragen stellen, statt nach Schuldigen zu suchen. Es geht nicht darum, wer etwas falsch gemacht hat, sondern darum: Wie lösen wir das Problem und was können wir daraus lernen? Entscheidend sind für mich außerdem gemeinsame Ziele, Transparenz und ein gutes gegenseitiges Verständnis. Denn Service funktioniert nicht isoliert – wir sind eng mit vielen Bereichen vernetzt, von Entwicklung über Vertrieb bis hin zur Produktion. Wichtig ist, dass alle den Kundennutzen im Blick haben. Wenn das gelingt, wird vieles einfacher.
Ein weiterer Punkt ist für mich Empowerment: klare Rollen, Vertrauen und Entscheidungen dort zu treffen, wo die Kompetenz sitzt. Und am Ende sollten wir uns immer fragen: Wie einfach machen wir es eigentlich für den Kunden? Wie viel Aufwand hat er mit uns? Genau daran sollten wir gemeinsam arbeiten.
Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Wie verbringen Sie Ihre Zeit, wenn Sie nicht gerade bei Uhlmann arbeiten?
Ich bin ein Familienmensch. Meine Frau und ich feiern dieses Jahr unseren zwanzigsten Hochzeitstag. Wir sind ein Tandem, das wirklich sehr gut funktioniert – und wir haben drei wundervolle Kinder im Alter von sieben, 13 und 16 Jahren. Die Anforderungen an uns Eltern sind in dieser Altersspanne sehr vielfältig. Es ist immer etwas los und die Familie gibt mir viel Energie. Es tut mir gut, am Wochenende einfach mal Lego oder Playmobil mit meiner kleinen Tochter zu spielen, mit meiner größeren Tochter Ski zu fahren oder auf den Reiterhof zu gehen. Mit meinem Sohn trifft man mich auf dem Fußballplatz an und wenn dann noch etwas Zeit bleibt, mache ich gern Sport, spiele selbst Fußball oder gehe joggen – um den Kopf freizubekommen. Außerdem engagiere ich mich ehrenamtlich im Service-Verband KVD und bei uns im Sportverein.
Und wenn es der Alltag zulässt, gönne ich mir auch mal Zeit für mich – zum Beispiel mit der Playstation. Es könnte also gut sein, dass ich heute Abend mit meinem Sohn noch eine Runde spiele.
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