Mein Hobby begleitet mich schon seit 16 Jahren: Als ich mit sechs Jahren endlich zu den „Rangers“ durfte, war das ein absolutes Highlight für mich. Royal Rangers sind christliche Pfadfinder mit der Aufgabe, Kindern und Jugendlichen von Gott zu erzählen und zu begeistern sowie Ihren Teil für Gott und die Gemeinschaft beizutragen – und das in Verbindung mit der Natur und Pfadfindertechniken.
Bei den Royal Rangers gibt es verschiedene Altersstufen: Die Gruppe von drei bis sechs Jahren heißt Entdecker, dann folgen die Forscher. Kinder von neun bis zwölf Jahren sind Kundschafter, bevor sie zu den Pfadfindern und ab 15 Jahren zu den Pfadrangern gehören. Wer mag kann mit 15 Jahren auch Juniorleiter werden. Ansonsten ist man ab 18 Jahren freiwillig ein Leiter.


Spielerisch lernen
Ich bin im Stamm 293 in Senden und war bisher Leiter im Team der Löwenaffen. Das sind Kinder von sechs bis neun Jahren. In dieser Altersgruppe liegt der Fokus darauf viel gemeinsam zu spielen und spielerisch die Bibel und Ranger-Regeln kennenzulernen. Wir basteln, machen Draußenspiele oder kochen zusammen.
Im September 2024 wechselte ich das Team und bin nun bei den Kundschaftern. Jetzt heißt es, mit den Pfadfindertechniken anfangen und den Kindern beibringen, was sie brauchen, um ein Zelt aufzustellen, Feuer zu machen und darüber zu kochen oder sich mit einem Kompass zurechtzufinden. Aber auch in dieser Altersstufe ist es wichtig, noch einen Ausgleich mit Spiel und Action zu haben. Das macht auch uns Leitern Spaß und es ist schön, wenn man als Erwachsener nochmal ein bisschen Kind sein darf.

Die Camps sind für mich immer eine sehr intensive Zeit – vor allem mit Gott. Der Spaß kommt dabei aber nicht zu kurz.
Julian Knoll, Royal Ranger
Christliche Basis
Die Royal Rangers sind ein christlicher Verband, darum sind die Andachten in allen Altersgruppen ein fester Bestandteil. Alle Leiter bereiten jede Woche einen Impuls vor, in dem sie Geschichten aus der Bibel und von Jesus oder Gott erzählen. In den jüngeren Stufen passiert das noch auf spielerische Art oder durch kurze Theaterstücke. Wenn die Kinder älter sind, dürfen sie auch selbst Andachten gestalten und beschäftigen sich dadurch mit christlichen Themen und der Bibel.

Als Pfadfinder gibt es natürlich auch Abzeichen. Bei „meinen“ ehemaligen Forschern sind es noch Hefte, mit einem Überthema, zum Beispiel Eulen. Das Heft ist gefüllt mit Geschichten, Bastelideen und Rätseln. Ist alles ausgefüllt, gibt es ein passendes Abzeichen. In den höheren Stufen fragen wir für die Abzeichen Pfadfindertechniken ab, mit steigendem Schwierigkeitsgrad. Zu einem Abzeichen gehört auch immer ein Bibelfragebogen, für den sich die Kinder mit der Bibel beschäftigen und dazu Fragen beantworten. Als Royal Ranger ist der Glaube das Wichtigste und die Grundlage unseres Tuns. Deswegen findet sich das immer wieder in den Programmpunkten.
Pfadfinderhighlights: Haiks und Camps
Für die Leiter gibt es verschiedene Weiterbildungen, wie das National Trainings Camp für Erwachsene oder das Junior Leiter Trainings Camp für Teenager. Als Ranger gehören auch sogenannte Haiks. Bei diesen Orientierungsläufen wandert man ein paar Tage mit seinem Gepäck und schläft draußen mit den einfachsten Mitteln. Alles, was man braucht, muss man tragen und mitnehmen. Da ist gute Vorbereitung gefragt. Genauso bei der Routenplanung, denn Handys sind nur für einen Notfall gedacht. Unterwegs müssen die Natur, Karten und ein Kompass reichen. Für die kleinen Forscher gibt es stattdessen Übernachtungen mit kurzen Wanderungen.
Das Highlight jedes Rangers ist das Camp, das in der Regel einmal im Jahr stattfindet. Welche Stämme wie zusammenkommen variiert. Alle vier bis fünf Jahre gibt es das Regional Camp, an dem alle Stämme einer Region teilnehmen. Senden liegt in Bayrisch-Schwaben, hier gibt es etwa 750 aktive Ranger.
Im Camp lebt man eine Woche zusammen in Zelten in der Natur, kocht über dem Feuer und wächst als Gemeinschaft weiter zusammen. Tagsüber finden meistens Workshops statt oder es gibt eine Camp-Olympiade. Nach dem Abendessen startet das Abendprogramm mit dem Singen christlicher Lieder. Auch ein Theater, mit passendem Motto zum Camp und als verständliche Einleitung zur Predigt, steht auf dem Programm. Für mich ist das immer eine sehr intensive Zeit – vor allem mit Gott. Der Spaß kommt dabei aber nicht zu kurz. Und das Kulinarische auch nicht: Beim Bundescamp 2022 wurden sogar ganze Menüs über dem Feuer gezaubert.
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