Hobby„Mich faszi­niert die Frei­heit am Fliegen“

Jürgen Welker schaut sich gerne die Welt von oben an und erfüllte sich seinen größten Traum: das Fliegen. Ob mit oder ohne Motor, hoch in der Luft findet er Freiheit und Ausgleich zum Alltag. Wie Jürgen* zum Fliegen kam und wohin sein schönster Flug ging, verrät er hier.

Jürgen, erzähl mal, wie hast du das Hobby „Fliegen“ für dich entdeckt?

Zu fliegen war schon immer mein Traum und Pilot mein größter Berufs­wunsch. Aller­dings waren meine Augen zu schwach, um die hohen Anfor­de­rungen zu erfüllen. Also wurde ich Elek­triker und arbei­tete für KOCH etwa drei Jahre in den USA. Ich hatte schon zuvor länger mit dem Gedanken gespielt zu fliegen und in den USA ist eine Flug­aus­bil­dung deut­lich güns­tiger. Also infor­mierte ich mich eines Tages an einem kleinen Flug­platz. Keine halbe Stunde später setzte sich eine Flug­leh­rerin mit mir in ein Flug­zeug. Als wir wieder landeten, habe ich direkt den Ausbil­dungs­ver­trag für den Motor­flieger unter­schrieben.

Über den Wolken fühlt sich Jürgen frei.
Wie viele Stunden dauert denn solch eine Flug­aus­bil­dung und konn­test du deinen Flug­schein in Deutsch­land über­tragen?  

Zuerst einmal musst du zum Flie­ger­arzt und dich unter­su­chen lassen, ob du gesund­heit­lich fähig bist zu fliegen. Da in einem Motor­flieger meist noch andere Passa­giere mitfliegen, ist es wichtig gesund zu sein. Darum gibt es auch eine jähr­liche Folge­un­ter­su­chung. Nun aber zur Ausbil­dung: Die Dauer ist sehr unter­schied­lich. Bei mir waren es etwa 50 Flug­stunden und rund 120 Starts und Landungen. Mein Flug­schein gilt für ein maxi­males Abflug­ge­wicht von fünf Tonnen und den Sicht­flug. Also nicht für den Instru­men­tal­flug und auch nicht, um durch die Wolken zu fliegen.

Die Pilo­ten­aus­bil­dung in Deutsch­land beinhaltet neun Fächer. Hiervon musste ich drei noch­mals machen, sowie ein paar Flug­stunden mit einem Flug­lehrer, damit mein Flug­schein über­tragen werden konnte. Hinzu kommt noch, dass man in Deutsch­land eine Sprech­funk­aus­bil­dung und eine Zuver­läs­sig­keits­über­prü­fung benö­tigt.

Die größte Heraus­for­de­rung ist das Starten und das Landen. Gene­rell benö­tigt man eine gewisse Routine, sonst wird man unsi­cher und dann macht es keinen Spaß.

Jürgen Welker, Director Auto­ma­tion und Tech­no­logie bei KOCH Pac-Systeme
Und wie kamst du dann zum Segel­fliegen?

Nachdem unsere Kinder auf die Welt kamen, habe ich das Fliegen in den Hinter­grund gestellt. Als mein Sohn jedoch mit 14 Jahren seine Segel­flie­ger­aus­bil­dung begann, habe ich mich ihm ange­schlossen. Denn für das Segel­fliegen hatte ich mich auch schon immer inter­es­siert. Das einzige Problem daran war: Ich musste alle neun Theo­rie­be­reiche noch­mals neu lernen. Seit 2018 fliege ich nun sowohl Segel­flieger als auch Motor­flieger.

Hast du einen eigenen Flieger oder kannst du diese mieten?  

Ja und ja, ich habe einen eigenen Segel­flieger mit einem Sitz­platz. Einen Motor­flieger habe ich nicht. Aller­dings bin ich Mitglied im Flug­sport­verein Nagold. Dieser Verein besitzt zwei Motor­flieger, welche ich als Vereins­mit­glied gegen Gebühr nutzen kann.

Der frühe Vogel…

…hat die schönste Aussicht!

Mit bis zu 200 km/h ist Jürgen im Motor­flieger unter­wegs.

KOCH sieht Jürgen auch ab und an aus der Vogel­per­spek­tive.

Was ist die größte Heraus­for­de­rung beim Fliegen und was faszi­niert dich am meisten daran?

Die größte Heraus­for­de­rung ist das Starten und das Landen. Gene­rell benö­tigt man eine gewisse Routine und Regel­mä­ßig­keit im Fliegen, sonst wird man unsi­cher und dann macht es keinen Spaß. Ebenso der Respekt, vor allem vor Seiten­wind. In den USA war die größte Heraus­for­de­rung der Funk­kon­takt, je nach Dialekt.

Am meisten faszi­niert mich aber die Frei­heit. Die Frei­heit völlig losge­löst und unab­hängig zu sein, sowie der Reiz, überall hinfliegen zu können, wo ich hinfliegen möchte. Beim Motor­fliegen ist das gepaart mit der Unab­hän­gig­keit durch das Trieb­werk und beim Segel­fliegen ange­regt durch die Heraus­for­de­rung und die Acht­sam­keit, die es braucht, um in der Luft zu bleiben.

Wieviel Zeit nimmt das Fliegen in Anspruch?

Im Sommer fliege ich unge­fähr zwei bis drei Mal im Monat. Beim Motor­fliegen muss man inner­halb von zwei Jahren auch zwölf Flug­stunden vorweisen – für die Routine und die damit einher­ge­hende Sicher­heit wie ich es vorhin beschrieben hatte. Wenn ich hier im Schwarz­wald oder in den Alpen fliege, bin ich mit dem Motor­flieger norma­ler­weise zwischen einer und zwei Stunden mit bis zu 200 km/h unter­wegs. Mit dem Segel­flieger können das aber auch mal zwischen vier und sechs Stunden mit 100 bis 150 km/h sein.

An welches Flug­er­lebnis erin­nerst du dich bis heute?

Das schönste Erlebnis war mein erster Solo­flug, ganz ohne Flug­leh­rerin. Ich hatte, glaube ich, noch nie so viel Adre­nalin im Blut. Ist schon etwas ganz beson­deres, gleich gefolgt vom Flug in den Sonnen­auf­gang über der Schwä­bi­schen Alb (siehe Bilder­ga­lerie).

*Da sich die Kolle­ginnen und Kollegen bei KOCH duzen, haben wir diese Form der Anrede auch im Inter­view beibe­halten.

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