Das Berufsleben beginnt für Herbert Hirschmann mit einem Aufstieg: Als der 15-Jährige seine Lehre zum Maschinenschlosser bei Uhlmann aufnimmt, fehlen noch ein paar Zentimeter, um den Schraubstock zu erreichen. „Da hat man mir und ein, zwei Mitlehrlingen, denen es auch so ging, kurzerhand eine Holzpalette hingeschoben“, erinnert er sich 50 Jahre später lachend. Ohnehin hat er die Lehrzeit in guter Erinnerung: „Wenn ich eine Frage hatte, konnte ich sie immer stellen. Der Lehrmeister war ein feinfühliger Mensch.“

Die Arbeit hat mich all die Jahre interessiert und fasziniert.
Herbert Hirschmann
Die Palette kann bald weg – aber Hirschmann bleibt: „Uhlmann hatte schon damals einen guten Ruf. Da wusste man, dass man eine hervorragende Ausbildung bekommt“, erklärt der 65-Jährige. Auf die Lehre, die er 1975 abschließt, folgt, nach einer Unterbrechung durch den Wehrdienst, die Anstellung im Werkzeugbau. Zehn Jahre lang montiert und fräst er dort Werkzeuge. „Das hat mir gut gefallen. Aber dann war intern eine Stelle in der Formatkonstruktion ausgeschrieben. Auf die habe ich mich beworben, und es hat geklappt.“
Vom Sachbearbeiter zum Tool Designer
So wird Hirschmann 1988 Formatsachbearbeiter und damit Experte für die vielfältigen Zuführsysteme der Uhlmann Maschinen. Er bleibt es im Grunde bis heute – auch wenn sich seine Stelle inzwischen „Tool Designer“ nennt. Aber Veränderungen schrecken ihn sowieso nicht, im Gegenteil: „Es war nie eintönig, denn durch die Produktentwicklungen kamen immer wieder neue Formate dazu. Deshalb hat mich die Arbeit all die Jahre interessiert und fasziniert.“ Außerdem fühlt sich der gebürtige Achstetter bei Uhlmann gut aufgehoben: „Ich wurde fair behandelt und gut bezahlt und musste nie Sorgen um den Arbeitsplatz haben. Diese Sicherheit ist viel Wert.“
Besonders schätzt er an Uhlmann, „dass immer Wert auf Gemeinschaft gelegt wird“, wie er sagt. Seine liebsten Erinnerungen aus den vergangenen 50 Jahren sind dann auch die gemeinsamen Feiern wie zum Beispiel der Winterzauber, der jetzt wieder stattfindet.
Viel zu tun im Ruhestand
Hirschmann wird Uhlmann auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand im März 2023 verbunden bleiben. „Der Kontakt bleibt auf jeden Fall bestehen“, sagt er. Obwohl ihm sicher nicht langweilig sein wird: Da ist sein Nebengewebe, der Textildruck Hirschmann, den er vor 15 Jahren gründete. Außerdem der Tennisplatz, den er vor 30 Jahren gegen den Fußballrasen tauschte und bis heute liebt. Und nicht zuletzt seine Familie mit dem fünfjährigen Enkeltöchterchen. Zwei Monate nach ihm geht zudem auch seine Frau in den Ruhestand. Sie arbeitet bei Uhlmann Fechtsport. Kennengelernt haben sich die beiden in der Lehre. Ob sie ihn entdeckte, als er auf der Holzpalette stand, wissen wir nicht. Aber die pactuell-Redaktion klopft auf Holz für die kommenden gemeinsamen Jahre.
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