Eigentlich war alles fertig: Die Blisterlinien für die Verpackung eines Covid-Medikaments waren bereit für die Abnahme. Doch ein Detail war nicht, wie es sein sollte: Die Blister, die herauskamen, hatten eine kleine Delle auf der Folienseite.
Der Grund für die optimierungswürdigen Blister war schnell klar: Die Abschläger, die dafür sorgen, dass die Blister vom Saugband fallen, schlugen zu unsanft zu. Kein Wunder, bei der Höchstleistung, die sie bei einer dreibahnigen Maschine mit einer Taktzahl von bis zu 700 Blistern pro Minute bringen müssen. „Es war lediglich ein optisches Problem, die Blister waren trotzdem dicht“, erklärt Michael Mayer, bei Uhlmann Team Leader Coordination Projects & Assembly. „Aber unseren Ansprüchen genügte das nicht.“ Tobias Ego, Head of Assembly Synchronisation, nahm sich der Sache als Koordinator an und begab sich gemeinsam mit dem Montagebereich Synchronisation und dem Bereich Auftragskonstruktion auf Lösungssuche.
Schaumstoff ist die Lösung
Nach kurzer Zeit wusste das Team, was zu tun ist: Die Abschläger mussten in der Höhe angepasst und zusätzlich zur Dämpfung mit Schaumstoff versehen werden. Und dabei war Eile geboten! Design Engineer Marco Zanker erklärt: „Über Nacht konnten wir schon die ersten Teile aus Kunststoff am 3D-Drucker herstellen. Aber die Kunststoffteile aus diesem Rapid-Prototyping-Verfahren haben einen anderen Schwerpunkt als die Aluminiumteile. Dementsprechend schlagen sie auch anders ab. Wir mussten uns also schrittweise der finalen Konstruktion nähern.“
Wir haben sehr gut bereichsübergreifend zusammengearbeitet.
Serhat Toykan, Director Manufacturing Axito
Auch das meisterte das Team, und die Geschichte wäre mit dem Auftrag an die Axito, die die Aluminium-Abschlägern fertigte, zu Ende. Aber in diesem besonderen Fall lief es anders, wie Serhat Toykan, Director Manufacturing bei Axito, erklärt: „Weil es besonders schnell gehen musste und die Umsetzung es in sich hatte, riefen wir uns zusammen und besprachen, wer welche Aufgaben übernimmt. Wir haben sehr gut bereichsübergreifend zusammengearbeitet. Michael Mayer hielt die Fäden zusammen und auf Axito-Seite koordinierten unser Head of Operation Philipp Fleischer und Andreas Hohnecker, Team Leader Operations Control.“ Dank findiger Programmierer, die der Maschine aus einem Block so viele Abschläger wie möglich entlockten, schaffte Axito die Fertigung der ersten Charge über Nacht.
Doch damit nicht genug der Teamarbeit. Denn nicht nur die Produktionszeit war knifflig,auch die Dämpfungselemente hatten es in sich, wie Team Leader Assembly Synchronisation Andreas Ruß erklärt: „Die Schaumstoff-Stücke, mit denen die Aluminiumteile beklebt wurden, waren um zwei Millimeter zu breit – also zu viel, um es zu dranzulassen und zu wenig, um sauber schneiden zu können.“

Ohne Azubis geht’s nicht
Das Team beschloss, die Lehrwerkstatt für das Bekleben und Bearbeiten der Schaumstoff-Stücke mit ins Boot zu holen. Ausbilder Matthias Hötzinger machte sich mit den beiden Azubis Matthias Schenk und Simon Schwarz umgehend ans Werk. Damit die Präzisionsarbeit verletzungsfrei für die Finger und beschädigungslos fürs Aluminium vonstattengehen konnte, konstruierte Marco Zanker gemeinsam mit der Lehrwerkstatt kurzerhand Schutzvorrichtungen für die Schleifböcke, die sie wiederum im Rapid-Prototyping-Verfahren 3D-druckten. „Das macht mit den jungen Leuten richtig Spaß, weil sie Lust darauf haben, auch an der Optimierung teilzuhaben“, sagt Zanker. Und auch Hötzinger ist voll des Lobes für seine Auszubildenden: „Eine Woche lang haben sie ohne Murren den Schaumstoff beschnitten, die 360 Teile beklebt, den Gummi geschliffen und die Teile gesäubert. Und weil es so schnell gehen musste, gab es keinen Raum für Fehler. Aber es war ein gutes Projekt, weil sie gesehen haben, dass auch das Teilebekleben wichtig ist – und dass wir alle an einem Strang ziehen.“
Die erste 120-Teile-Charge ging letztlich nach drei Arbeitstagen raus an die Kunden. Und im Team bleibt die Erfahrung, wie gut die unternehmensübergreifende Teamarbeit funktioniert. Koordinator Michael Mayer resümiert: „Diese Geschichte zeigt: Gemeinsam können wir etwas bewegen und zunächst terminlich Unmögliches möglich machen. Ob Konstruktion, Produktion, Ein- und Ausbuchen oder Transport der Teile: Das war eine tolle Gemeinschaftsarbeit, die unseren Kunden geholfen hat.“
Maßgeblich beteiligt an dem Projekt Abschläger waren:
AXITO: Serhat Toykan (Director Manufacuring), Philipp Fleischer (Head of Operation), Andreas Hohnecker (Team Leader Operations Control), Edin Lihovic (Operations Planner), Wolfgang Hörmann (Operations Planner) Programmierung: Herbert Wäspy; Maschinenbediener: Florian Egle, Mehmet Mutluer, Elvis Arnautovic, Karl Wicker, Stefan Locher










Montage: Tobias Ego (Head of Assembly Synchronisation), Dirk Westenberger (Assembly Technician), Andreas Ruß (Team Leader Assembly Synchronisation)

Auftragskonstruktion: Marco Zanker (Design Engineer)
Lehrwerkstatt: Matthias Hötzinger (Vocational Trainer), Matthias Schenk (Azubi Mechatroniker) und Simon Schwarz (Azubi Ulmer Modell Elektrotechnik)
Planung und Steuerung: Michael Mayer (Team Leader Coordination Projects & Assembly) und Michael Mayer (Coordinator Projects & Assembly)

SCM: Katharina Henkel (Team Leader Commercial Parts), Simon-Norman Nitschke (Head of Operational Procurement)
WE: Katharina König (Commercial Warehouse Specialist)

Fuhrpark: Clemens Habdank (Fahrer)

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