Die meisten von uns kennen es aus dem Privatleben: Wenn wir etwas gekauft oder eine Dienstleistung in Anspruch genommen haben, kommt eine Mail vom Anbieter. „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie uns einem Freund oder Kollegen weiterempfehlen?“, steht da, darunter eine Skala von 0 wie „äußerst unwahrscheinlich“ bis 10 wie „sehr wahrscheinlich“. Was für uns ein schneller Klick ist, gibt dem jeweiligen Unternehmen wichtige Aufschlüsse über die Zufriedenheit seiner Kunden.

Auch Uhlmann setzt deshalb seit April 2021 auf den sogenannten Net Promoter Score (NPS): Wenn bestimmte Meilensteine in der Zusammenarbeit mit dem Kunden erreicht sind, geht die E-Mail automatisch an den Kunden. Je nachdem, wie er antwortet, wird er einer Kategorie zugeteilt. Kunden, die auf die 9 oder die 10 klicken, sind „Promotoren“. Bei 7 oder 8 ist der Befragte ein „Passiver/Neutraler“, also zufrieden, aber nicht begeistert. Wer eine Zahl zwischen 0 und 6 wählt, gilt als „Detractor“: Ein unzufriedener Kunde, der mit größter Wahrscheinlichkeit nichts mehr bei Uhlmann kaufen wird. Um den NPS eines Unternehmens zu ermitteln, werden die Promoter mit den Detractoren ins Verhältnis gesetzt.

Wir nutzen den NPS auch als Mittel, um uns zu verbessern.
Stefan Schuler, Customer Complaint Manager
Die Kundenmeinung zählt
„Für ein kundenorientiertes Denken ist nichts wichtiger als die Meinung der Kunden. Außerdem fordert die Zertifizierung unseres Qualitätsmanagements auch eine Erfassung der Kundenzufriedenheit“, erklärt Stefan Schuler. Der NPS ist die Kennzahl für die Zufriedenheit und Loyalität der Kunden. Er kann von minus 100 bis plus 100 reichen. Derzeit liegt der NPS von Uhlmann Pac-Systeme bei 60. „Das ist gut. Unser nächstes Ziel ist aber ein NPS von 70 bis 80“, sagt Schuler. Um das zu erreichen, greift er zum Hörer. Denn er ist Customer Complaint Manager, weiß also, mit Kundenbeschwerden umzugehen. Er erklärt: „Es genügt uns nicht, den NPS zu kennen: Wir nutzen ihn auch als Mittel, um uns wo nötig zu verbessern. Wenn ein Kunde uns weniger als eine 7 gibt, rufe ich ihn zusammen mit jemandem aus der Abteilung an, welche von der Schlechtbewertung betroffen ist. Wir fragen ihn nach den Gründen für die schlechte Bewertung und suchen nach Lösungen.“
Dickes Fell gefragt
Was Schuler in den zwei bis drei Gesprächen im Monat an Rückmeldungen bekommt, ist buntgemischt: „Manchen waren es zu viele Ansprechpartner im Projekt, andere bemängeln etwas Technisches.“ Eine besondere Ausbildung zum Beschwerdemanager benötigt er dafür nicht – aber besondere Fähigkeiten: „Da braucht man schon ein dickes Fell, weil man nur mit Reklamationen zu tun hat. Außerdem ein gutes Netzwerk in der Firma, um Lösungen für unzufriedene Kunden zu finden, und eine gewisse Hartnäckigkeit.“ Damit der NPS seine volle Wirkung entfalten kann, sind jedoch alle mit Kundenkontakt gefragt. Derzeit liegt die Quote der Rückmeldungen auf die Abfrage zwischen fünf und zehn Prozent. „Das könnte besser sein“, sagt Schuler. Kunden darauf aufmerksam zu machen, wie viel Uhlmann an ihrer Zufriedenheit liegt und dass ein schneller Klick zur Verbesserung beiträgt, kann also nicht schaden.
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