Herr Professor Niemeyer, was waren die drei wichtigsten „Learnings“ bei Ihrem Start in der Uhlmann Group?
Erstens: Hidden-Champion-Familienunternehmen haben spannende Aufgaben, von der Markenstrategie bis zur Gestaltung Moderner Arbeitswelten. Zweitens: Führungsteams können jung und erfolgreich sein. Drittens: Unsere Kunden treiben ein immenses Variantenreichtum.
Welche Attribute verbinden Sie mit den Mitarbeitenden der Uhlmann-Group?
Ich erlebe die Mitarbeitenden als hochqualifizierte und einsatzfreudige Menschen, die immer hilfsbereit sind.
Sie haben bei Koch, Cremer und Uhlmann auch in der Montage mitgearbeitet. Was waren die größten Unterschiede?
Die Art der Schraubensicherung (lacht). Nein, Spaß beiseite. Unterschiede sind der Unternehmensgröße geschuldet und finden sich in Prozessen und Abläufen.
Aus Sicht eines Maschinenbauingenieurs: Was sind die größten Herausforderungen für die Zukunft?
Schnell genug zu innovieren und die Digitalisierung in Geschäftsprozesse und Produkte zu übersetzen. Außerdem müssen wir die Komplexität aus dem Produktportfolio herausnehmen, Neumaschinenlieferzeiten halbieren und schneller Ersatzteile liefern als alle anderen. Ganz wesentlich ist vor allem, alle auf dieser Reise mitzunehmen.
2030 sind wir die Nr. 1 bei digitalen und nachhaltigen Produktlösungen für unsere Kunden weltweit.
Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer, CEO Uhlmann Group Holding und Uhlmann Pac-Systeme
Die Strategie 4ward25 wird erstmals offen und transparent an alle Mitarbeitenden kommuniziert. Warum diese Offenheit?
Für mich ist das ein Selbstverständnis. Nur eine allen bekannte und gelebte Strategie kann erfolgreich umgesetzt werden.
Ein wesentliches Element der neuen Strategie ist der Baustein Lead2Win, der sich insbesondere mit Führung beschäftigt. Wie führen Sie?
Mir geht es um Vertrauen, Verbindlichkeit, Vorleben und Offenheit. Entscheidungen müssen auf der Ebene der größten Sach- und Fachkompetenz getroffen werden. Umfassende, faktenorientierte und unverfälschte Kommunikation ist Grundvoraussetzung. Selbsttätiges Denken ist definitiv erwünscht. Gemeinsame Ziele sind ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg.
Wo sehen Sie die Uhlmann-Group im Jahr 2030?
Wir sind mit weitem Abstand die Nr. 1 bei digitalen und nachhaltigen Produktlösungen für unsere Kunden weltweit.
Was geschieht mit dem Keckeisen Areal?
Wir werden es für unsere Vision Werk30, also die Werksentwicklungsplanung 2030, sehr sinnvoll nutzen, um den innerbetrieblichen Prozessfluss ideal abzubilden.
Kommt die Erweiterung des Parkhauses, damit nach Rückumzug auch genügend Parkflächen zur Verfügung stehen?
Ja, die Umsetzungsplanung und -ausführung startet Mitte des Jahres. Wir werden dann ausreichend Parkflächen zur Verfügung haben, wenn endlich wieder alle Mitarbeitenden am Standort Laupheim sein werden.

Stichwort Work-Life Balance: Wie bringen Sie Familie und Beruf unter einen Hut?
Indem ich das eine vom anderen trenne und bewusst Zeit für meine Familie einräume. Ansonsten sorge ich für Balance durch Bewegung: morgens durch den Ringelhauser Park Richtung Hochstetten laufen, mit dem Fahrrad entlang der Iller, Donau oder Lauter fahren oder einmal die Woche beim SSV den Hockeyschläger bei den alten Herren schwingen. Wenn es die Corona-Situation erlaubt …
Arbeiten auch Sie in den eigenen vier Wänden und wie sind Ihre Erfahrungen mit dem Homeoffice?
Ja, mir fehlt dabei allerdings der persönliche Austausch und der Gang in die Nachbarbüros, durch die Fertigung und in die Kantine.
Was ist die richtige Anrede für Sie in der täglichen Zusammenarbeit?
Ohne dritte Fremde natürlich Matthias oder Herr Niemeyer. Bei Kunden, Lieferanten oder in einem größeren Kreis gehört der Professorentitel schon dazu.
Vielen Dank für das Gespräch, Herr Professor Niemeyer!
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