Interview„Mir geht es um Vertrauen, Verbind­lich­keit, Vorleben und Offen­heit“

Seit etwas mehr als einem Jahr ist Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer in der Uhlmann Gruppe tätig – seit 1. Oktober 2020 als CEO sowohl der Uhlmann Group Holding als auch der Uhlmann Pac-Systeme. Zu seinen Eindrücken im Verlauf der ersten Zeit hat sich pactuell mit ihm unterhalten.

 

Herr Professor Niemeyer, was waren die drei wich­tigsten „Lear­nings“ bei Ihrem Start in der Uhlmann Group?

Erstens: Hidden-Cham­pion-Fami­li­en­un­ter­nehmen haben span­nende Aufgaben, von der Marken­stra­tegie bis zur Gestal­tung Moderner Arbeits­welten. Zwei­tens: Führungs­teams können jung und erfolg­reich sein. Drit­tens: Unsere Kunden treiben ein immenses Vari­an­ten­reichtum.

Welche Attri­bute verbinden Sie mit den Mitar­bei­tenden der Uhlmann-Group?

Ich erlebe die Mitar­bei­tenden als hoch­qua­li­fi­zierte und einsatz­freu­dige Menschen, die immer hilfs­be­reit sind.

Sie haben bei Koch, Cremer und Uhlmann auch in der Montage mitge­ar­beitet. Was waren die größten Unter­schiede?

Die Art der Schrau­ben­si­che­rung (lacht). Nein, Spaß beiseite. Unter­schiede sind der Unter­neh­mens­größe geschuldet und finden sich in Prozessen und Abläufen.

Aus Sicht eines Maschi­nen­bau­in­ge­nieurs: Was sind die größten Heraus­for­de­rungen für die Zukunft?

Schnell genug zu inno­vieren und die Digi­ta­li­sie­rung in Geschäfts­pro­zesse und Produkte zu über­setzen. Außerdem müssen wir die Komple­xität aus dem Produkt­port­folio heraus­nehmen, Neuma­schi­nen­lie­fer­zeiten halbieren und schneller Ersatz­teile liefern als alle anderen. Ganz wesent­lich ist vor allem, alle auf dieser Reise mitzu­nehmen.

2030 sind wir die Nr. 1 bei digi­talen und nach­hal­tigen Produkt­lö­sungen für unsere Kunden welt­weit.

Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer, CEO Uhlmann Group Holding und Uhlmann Pac-Systeme

Die Stra­tegie 4ward25 wird erst­mals offen und trans­pa­rent an alle Mitar­bei­tenden kommu­ni­ziert. Warum diese Offen­heit?

Für mich ist das ein Selbst­ver­ständnis. Nur eine allen bekannte und gelebte Stra­tegie kann erfolg­reich umge­setzt werden.

Ein wesent­li­ches Element der neuen Stra­tegie ist der Baustein Lead2Win, der sich insbe­son­dere mit Führung beschäf­tigt. Wie führen Sie?

Mir geht es um Vertrauen, Verbind­lich­keit, Vorleben und Offen­heit. Entschei­dungen müssen auf der Ebene der größten Sach- und Fach­kom­pe­tenz getroffen werden. Umfas­sende, fakten­ori­en­tierte und unver­fälschte Kommu­ni­ka­tion ist Grund­vor­aus­set­zung. Selbst­tä­tiges Denken ist defi­nitiv erwünscht. Gemein­same Ziele sind ein wesent­li­cher Schlüssel zum Erfolg.

Wo sehen Sie die Uhlmann-Group im Jahr 2030?

Wir sind mit weitem Abstand die Nr. 1 bei digi­talen und nach­hal­tigen Produkt­lö­sungen für unsere Kunden welt­weit.

Was geschieht mit dem Keck­eisen Areal?

Wir werden es für unsere Vision Werk30, also die Werks­ent­wick­lungs­pla­nung 2030, sehr sinn­voll nutzen, um den inner­be­trieb­li­chen Prozess­fluss ideal abzu­bilden.

Kommt die Erwei­te­rung des Park­hauses, damit nach Rück­umzug auch genü­gend Park­flä­chen zur Verfü­gung stehen?

Ja, die Umset­zungs­pla­nung und -ausfüh­rung startet Mitte des Jahres. Wir werden dann ausrei­chend Park­flä­chen zur Verfü­gung haben, wenn endlich wieder alle Mitar­bei­tenden am Standort Laup­heim sein werden.

Zum Ausgleich aufs Rad: CEO Prof. Dr.-Ing. Matthias Niemeyer achtet auf eine ausge­wo­gene Work-Life-Balance.
Stich­wort Work-Life Balance: Wie bringen Sie Familie und Beruf unter einen Hut?

Indem ich das eine vom anderen trenne und bewusst Zeit für meine Familie einräume. Ansonsten sorge ich für Balance durch Bewe­gung: morgens durch den Ringel­hauser Park Rich­tung Hoch­stetten laufen, mit dem Fahrrad entlang der Iller, Donau oder Lauter fahren oder einmal die Woche beim SSV den Hockey­schläger bei den alten Herren schwingen. Wenn es die Corona-Situa­tion erlaubt …

Arbeiten auch Sie in den eigenen vier Wänden und wie sind Ihre Erfah­rungen mit dem Home­of­fice?

Ja, mir fehlt dabei aller­dings der persön­liche Austausch und der Gang in die Nach­bar­büros, durch die Ferti­gung und in die Kantine.

Was ist die rich­tige Anrede für Sie in der tägli­chen Zusam­men­ar­beit?

Ohne dritte Fremde natür­lich Matthias oder Herr Niemeyer. Bei Kunden, Liefe­ranten oder in einem größeren Kreis gehört der Profes­so­ren­titel schon dazu.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Professor Niemeyer!
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