Wechsel in der LehrwerkstattAuf Urge­stein folgt frischer Wind

45 Jahre lang war Alfred Merz bei Uhlmann, die meiste Zeit davon als Leiter der Lehrwerkstatt. Ende Oktober geht er in den Ruhestand und hinterlässt eine Lücke – die Michael Hänn zu füllen weiß.

Alfred Merz hat gemischte Gefühle. Der bevor­ste­hende Abschied von seiner Arbeits­stätte fällt dem 62-Jährigen nicht leicht. 45 Jahre in ein und demselben Unter­nehmen gehen nicht spurlos an einem vorüber – oder wie er selbst sagt: „Ich bin ein Uhlmann-Geschöpf.“

Ich bin ein Uhlmann-Geschöpf.

Alfred Merz, ehema­liger Leiter der Lehr­werk­statt

Uhlmän­ni­scher als Alfred Merz kann man tatsäch­lich kaum sein: Schon sein Vater arbei­tete im Betrieb, er selbst begann in Laup­heim 1975 seine Ausbil­dung zum Maschi­nen­schlosser – am selben Tag wie eine ange­hende Indus­trie­kauf­frau, die später seine Frau werden sollte und eben­falls bis heute dem Unter­nehmen treu ist. Einer der drei gemein­samen Söhne arbeitet auch seit vier Jahren bei Uhlmann.

240 Azubis in 36 Jahren

Doch das ist nur eine Nach­wuchs­kraft von vielen, die Alfred Merz uns hinter­lässt: 240 Indus­trie­me­cha­niker förderte, prägte und beglei­tete er, seit er im April 1984 die Leitung der Lehr­werk­statt über­nahm. Mit statt­li­cher Bilanz: Nicht ein Azubi fiel durch die Prüfung, einige haben inzwi­schen Führungs­po­si­tionen inne. „Das Arbeiten mit den jungen Leuten hat mir immer Spaß gemacht. Es hält einen jung. Das wird mir fehlen“, sagt er und erin­nert sich an viele beson­dere Erleb­nisse mit seinen Azubis.

Da war zum Beispiel die Reise in die DDR mit 20 Auszu­bil­denden 1987. Oder etliche Seifen­kis­ten­rennen des Stadt­ju­gend­rings Laup­heim, bei denen die Uhlmann-Azubis als Sieger die Renn­strecke verließen. Das gemein­same Kicken, bei dem er noch bis vor drei Jahren mitmischte. Oder damals vor zehn Jahren, als ihn seine Schütz­linge über­re­deten, mit ihnen am letzten Arbeitstag vor Weih­nachten noch zum Hähn­che­nessen zu gehen – und wie es dann 2, 3 Uhr nachts wurde.

Draht zur Jugend

„Mir war immer wichtig, dass wir auch zusammen lachen können. Wenn man nicht lachen kann, kann man daheim­bleiben“, sagt Merz. Obwohl ihm der Abschied von Uhlmann schwer­fällt, wird er auch zu Hause lachen und auf keinen Fall Lange­weile bekommen: vom Betreuen seiner kleinen Enkelin über Radtouren bis zum selbst­ge­bauten Häus­chen für den Robo­ter­ra­sen­mäher – Merz hat viel vor und den Kopf frei dafür. Denn um seine Nach­folge im Unter­nehmen macht er sich über­haupt keine Sorgen: „In Michael Hänn hat Uhlmann den rich­tigen Mann gefunden.“

Würdiger Nach­folger

Zum 1. Juni 2020 hat der 28-Jährige die Leitung der Lehr­werk­statt über­nommen. Die Entschei­dung, die Ausbil­dung der Indus­trie­me­cha­niker, Elek­tro­niker, Mecha­tro­niker, Tech­ni­schen Produkt­de­si­gner und der FH-Studenten in die Hände von Michael Hänn zu legen, trafen Helga Haag, Head of HR Deve­lo­p­ment, und Gert Jaudas, Director Human Resources.

Gerade weil sie um die Quali­täten von Alfred Merz wissen, wählten sie mit Bedacht. Haag, seit 2015 Merz‘ Vorge­setzte, sagt über ihn: „Wir waren von Anfang an auf einer Linie und hatten Vertrauen inein­ander. Mit Alfred Merz geht ein Urge­stein von Uhlmann. Aber Michael Hänn ist ein pfif­figer, mutiger und intel­li­genter Mann – er bringt neue Ideen ein.“ 

Jaudas unter­streicht: „Das Image einer Ausbil­dung bei Uhlmann wurde maßgeb­lich von Alfred Merz geprägt, der mit seinen Kollegen dieses Aushän­ge­schild tagtäg­lich auf Hoch­glanz poliert – Michael Hänn wird diese Erfolgs­ge­schichte sicher weiter­schreiben.“

Neue Ideen für die Ausbil­dung

Für Hänn geht mit der neuen Stelle ein Traum in Erfül­lung. Schon seit seiner eigenen Ausbil­dung zum Mecha­tro­niker bei Uhlmann hatte er immer wieder damit gelieb­äu­gelt, selbst einmal Ausbilder zu werden und auf der Tech­ni­ker­schule den entspre­chenden Schein erworben, über­nahm 2016 aber erst einmal eine Grup­pen­leit­stelle in der Montage. „Mitar­bei­ter­füh­rung hat mich schon immer gereizt, weil ich gern mit Menschen arbeite und Wissen weiter­gebe“, sagt Hänn und setzt lachend hinzu: „Erklären kann ich – und mit jungen Leuten auch.“

Erklären kann ich – und mit jungen Leuten auch.

Michael Hänn, neuer Leiter der Lehr­werk­statt

Nun tritt Hänn zwar in Merz‘ Fußstapfen, geht aber seinen eigenen Weg: Künftig will er die Ausbil­dungs­in­halte digi­taler gestalten und plant beispiels­weise, Tablets anzu­schaffen. Im Metall­grund­lehr­gang möchte er ein neues Projekt einführen.

Weil aber durch Corona in diesem Jahr auch in der Ausbil­dung alles anders ist, ist Hänn froh, dass sein Vorgänger ihm noch tatkräftig zur Seite steht. „Alfred Merz ist für mich ein abso­lutes Vorbild. Er hat eine wahn­sin­nige Erfah­rung, und ich hoffe, dass ich einmal das gleiche Maß an Erfah­rung haben werde.“

Viel­leicht hilft ihm dabei der Rat, den Alfred Merz „d‘ junge Leit“, wie er seine Azubis nennt, mit auf den Weg gibt: „Seid offen für alles, nehmt so viel mit, wie es geht, scheut euch vor nichts – und traut euch etwas zu.“

Das Ausbil­dungs­team

Das Team, das sich um die Auszu­bil­denden bei Uhlmann kümmert, wird geleitet von Helga Haag und besteht aus

  • Michael Hänn: gewerb­liche Azubis
    • Matthias Hötzinger: Elek­tro­niker
    • Michael Sälzle: Mecha­tro­niker
  • Jennifer Herzog: Indus­trie­kauf­leute
  • Linda Schörle: Tech­ni­sche Produkt­de­si­gner
  • Sieg­fried Hermann: Fach­in­for­ma­tiker
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