Herr Schöllhorn, was sind eigentlich die Aufgaben eines kaufmännischen Geschäftsführers?
Der CFO sorgt zunächst dafür, dass wir immer die finanziellen Mittel zur Verfügung haben, um unsere Zukunft zu gestalten. Das bedeutet einerseits, dass wir Fremdkredite von Banken erhalten, uns aber auch mit eigenen Mitteln finanzieren können müssen. Also durch unseren Gewinn. Zudem schaffen wir aus den kaufmännischen Abteilungen heraus die Transparenz, um unser Geschäft rentabel betreiben zu können. Dafür benötigen wir bestimmte Kennzahlen und Berichte aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen. Darum kümmert sich das Controlling. Und wir müssen natürlich eine akkurate laufende Buchhaltung sicherstellen und einen ordentlichen Jahresabschluss vorlegen, um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Zusätzlich zu diesen Aufgaben als CFO gehören die IT und HR zu meinem Arbeitsbereich.

Es ist aber auch wichtig, dass wir genügend Mittel zur Verfügung haben, um Entwicklungen voranzutreiben – sei es durch Firmenzukäufe oder durch eigene Innovationen.
Alexander Schöllhorn, Chief Financial Officer (CFO) Uhlmann Pac-Systeme und Uhlmann Group
Sie sagen, wir brauchen die finanzielle Basis, um unsere Zukunft zu gestalten. Was genau meinen Sie damit?
Zunächst müssen wir natürlich genügend Geld auf dem Konto haben, um unsere Kosten zu decken und die Gehälter zu zahlen. Es ist aber auch wichtig, dass wir genügend Mittel zur Verfügung haben, um Entwicklungen voranzutreiben – sei es durch Firmenzukäufe oder durch eigene Innovationen. Erst kürzlich haben wir beispielsweise die Goldfuss engineering GmbH gekauft, da sie unser Portfolio gut ergänzt und uns in Sachen Automation und Robotik voranbringt. Bei Uhlmann investieren wir aber vor allem viel in eigene Innovationen, für die wir unsere eigenen Entwickler einsetzen. Dabei müssen wir sicherstellen, dass wir die entwickelten Produkte rentabel produzieren, sprich: Dass wir genügend damit verdienen. Natürlich investieren wir auch in unsere Standorte – die neue Kantine und das Parkhaus in Laupheim sind Beispiele dafür.
Was mögen Sie an diesen Aufgaben besonders?
Ich bin da eher nicht mehr der klassische CFO, der sich insbesondere für Zahlen begeistert hat. Klar die braucht es, damit wir sicher und transparent planen können. Aber ich mag es vor allem, zu gestalten. Dafür braucht es viel Kommunikation, Gespräche und Diskussionen. Oberstes Ziel ist, die Kennzahlen in Aktionen umzuwandeln. Entscheidend ist die Wirksamkeit unserer kaufmännischen Arbeit, nicht die Generierung von Excel-Tabellen.
Ich mag es vor allem, zu gestalten. Entscheidend ist die Wirksamkeit unserer kaufmännischen Arbeit, nicht die Generierung von Excel-Tabellen.
Alexander Schöllhorn, Chief Financial Officer (CFO) Uhlmann Pac-Systeme und Uhlmann Group
Was ist Ihnen für Ihre tägliche Arbeit wichtig?
Ich bin ein echter Effizienz-Fan. Denn nur wenn wir effizient arbeiten, können wir auch mal eine Krise überstehen. Meine Mitarbeitenden bekommen von mir zwar immer auch Zielvorgaben, zugleich aber viel Gestaltungsspielraum.
Welche Themen beschäftigen Sie gerade besonders?
Momentan beschäftigen wir uns vor allem mit zwei Kernthemen: Zum einen ist das unsere neue Strategie GO FOR 30, die dieses Jahr startet und bis 2030 läuft. Wir fahren weiterhin eine Wachstumsstrategie, insbesondere im Ausland. Die Niederlassungen im Ausland sollen künftig stärker ins Ersatzteil- und Formatgeschäft einsteigen, aber auch mehr vertriebliche Aufgaben und Wertschöpfung übernehmen. Gleichzeitig definiert die neue Strategie aber auch strenge Kostenvorgaben, damit wir unsere Gewinnziele erreichen.
Ein anderes Thema ist unser Next-Step-Programm. Hier reorganisieren wir gerade die Uhlmann Pac-Systeme GmbH & Co. KG. Das betrifft vor allem die technischen Bereiche, aber auch die kaufmännischen und die Vertriebsbereiche stellen wir funktionaler auf. Damit wollen wir unserem Solution-Gedanken noch näherkommen – dem Dreiklang aus Maschine, Software und Service.

Wie steht Uhlmann aktuell wirtschaftlich da?
Vor allem bei Uhlmann Pac-Systeme geht es uns gerade sehr gut. Wir haben nach wie vor einen klasse Auftragseingang und für das im März abgelaufene Geschäftsjahr sieht es gut aus. Wir werden die Pläne übererfüllen und wir können voraussichtlich die nächsten zwei Jahre in dieser Form weiterplanen. Im Vergleich zu vielen anderen Betrieben in der Region haben wir den Vorteil, dass es in der Pharmabranche gut läuft. Davon profitieren wir stark.
Seit Juni 2024 sind sie zusätzlich CFO der Uhlmann Holding. Was sind die Gründe dafür?
Das hat vor allem praktische Gründe. Wir sind gerade dabei eine große Finanzierung für die gesamte Uhlmann Gruppe aufzubauen. Es ist sinnvoll, das aus der Holding heraus zu tun. Um den Kreditvertrag abzuschließen, habe ich den Bereich Treasury der Holding übernommen. Dieser kümmert sich um die Finanzierungen und den Kontakt zu den Banken.
Eine persönliche Frage zum Schluss: Was tun Sie, wenn Sie gerade nicht bei Uhlmann am Schreibtisch sitzen?
Ich habe meine Freizeit vollständig ausgefüllt. Ich bin Fußballvorstand beim Zweitligisten SSV Ulm 1846 Fußball und stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender bei der örtlichen Volksbank. Außerdem engagiere ich mich als kaufmännischer Beirat bei einem Bauunternehmen mit 700 Mitarbeitenden im Allgäu und in diversen Zirkeln, wie dem CFO Round Table Süddeutschland und dem Heidelberg Leaders Club. Das ist alles zeitintensiv, aber diese Dinge geben mir einen Ausgleich und sorgen stets für persönliche Weiterentwicklung.
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