Unser Werk in WrocławAnge­kommen in Polen

Der neue Standort von Uhlmann in Wrocław gedeiht prächtig – und die Unabhängigkeit von Zulieferern mit ihm. Dafür kämpft die Mannschaft.

Aziz Simsek haut nichts so schnell um. Mit 30 stieg der inzwi­schen 41-Jährige in den Boxring und dort schnell auf: Von 16 Kämpfen gewann er 15 – zwölf durch K.o. In seinem Arbeits­alltag muss er zwar niemanden auf die Bretter schi­cken, aber viele Runden durch­stehen: Meetings, Mitar­bei­ter­ge­spräche, Planungs­runden, Papier­berge – die Eröff­nung eines Werks verlangt Diszi­plin.

Vor allem, wenn es sich nicht einfach um eine verlän­gerte Werk­bank handelt, an der unge­lernte Arbeiter für wenig Geld schrauben. „Wir sind hier genauso hoch­klassig wie Laup­heim aufge­stellt, von der Ferti­gung über die Finanz­ab­tei­lung und den Einkauf bis zur eigenen IT-Abtei­lung – nur etwas kleiner“, sagt der Geschäfts­führer von Uhlmann Polen.

Viele Unter­nehmen bauen Stand­orte im Ausland auf, weil sie es billig wollen. Wir wollten einen Technologie­standort,
den es so kein zweites Mal gibt.

Kleiner, dafür auch ganz schön oho: Das Werk beein­druckt schon allein optisch mit seinem rein­weißen Hoch­glanz­boden, vor allem aber aufgrund seines tech­no­lo­gi­schen Niveaus: brand­neue Maschinen, Smart­phones, die Türen öffnen und Drucker bedienen, die SAP-Version von über­morgen. „Viele Unter­nehmen bauen Stand­orte im Ausland auf, weil sie es billig wollen. Wir wollten einen Tech­no­lo­gie­standort, den es so kein zweites Mal gibt“, erklärt Simsek, der seit 2013 im Unter­nehmen ist und schon eine Fabrik in China für Uhlmann aufbaute.

Besser selber machen

Uhlmann Polen soll der Gruppe zu einem grund­le­genden Gut verhelfen: Unab­hän­gig­keit. „Wir kaufen heute nahezu gleich viel von extern, wie wir in Laup­heim produ­zieren. Das bringt Nach­teile mit sich bei den Liefer­zeiten, beim Preis und bei den Kapa­zi­täts­pla­nungen“, sagt Simsek. Ungleich unkom­pli­zierter und flexi­bler funk­tio­niert es, wenn mecha­ni­sche Teile inner­halb der Uhlmann Gruppe gefer­tigt werden.

Vor diesem Hinter­grund machte sich Aziz Simsek im vergan­genen Jahr daran, Europa nach dem opti­malen Standort dafür abzu­su­chen. In Wrocław stimmte nicht nur die Atmo­sphäre, sondern passten auch alle rele­vanten Merk­male, beispiels­weise die Entfer­nung von Laup­heim, die ein morgens bela­dener Lkw bis abends locker schafft, die Infra­struktur, der Fach­kräf­te­markt.

Seiner Zeit voraus

Derzeit arbeiten in Wrocław über 50 neue Kollegen und Kolle­ginnen, die über Inse­rate und mithilfe lokaler Talent­su­cher gewonnen werden konnten. Einige von ihnen waren auch schon in Laup­heim, um dort von den erfah­renen Kollegen das nötige Rüst­zeug für ihre Aufgaben zu bekommen und künftig anders­herum die Ferti­gung in Laup­heim gezielter unter­stützen zu können.

Simsek hat täglich mit der gesamten Beleg­schaft zu tun: „Die Atmo­sphäre im Werk ist sehr fami­liär und freund­schaft­lich“, sagt der Geschäfts­führer, der schon die ersten Brocken Polnisch gelernt hat und seit Mai in Polen ange­meldet ist. Der gebür­tige Hesse, der bei Laup­heim aufwuchs, ist ohnehin schnell: Der ursprüng­liche Plan für das Werk sah vor, dass das erste Teil dort im Juli 2020 gefer­tigt wird. Es wurde Juli, aller­dings 2019. Zur Feier gab es Kuchen und Brezeln.

Inzwi­schen läuft das Werk im Zwei­schicht­be­trieb – und Aziz Simsek nach wie vor auf Hoch­touren. Ein Glück, dass das Studio, in dem er nach Feier­abend gegen 21.30 Uhr boxen geht, 24 Stunden geöffnet hat.  

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