Herr Reiter, Was sind Ihre Aufgaben als technischer Geschäftsführer bei Uhlmann?
Als CTO bei Uhlmann Pac-Systeme bin ich sowohl für die Produktentwicklung als auch für die komplette Auftragsbearbeitung verantwortlich – für alles von der Anforderung über Projektmanagement, Engineering, Lieferkette, Qualität und Montage bis zur erfolgreichen Umsetzung beim Kunden. Im Zentrum steht für mich dabei immer die integrierte Lösung aus Maschine, Software und Service.
Was macht Uhlmann für Sie aus?
Uhlmann ist für mich ein Ort, an dem technologische Spitzenkompetenz und menschliches Miteinander zusammenkommen. Ein Unternehmen mit ausgeprägtem Knowhow und einer besonderen Kultur. Die Loyalität und das Engagement, mit dem unsere Mitarbeitenden arbeiten, beeindrucken mich. Dazu kommt ein hohes Fachwissen – und der Wille, für den Kunden immer eine Lösung zu finden, auch wenn es mal schwierig wird. Ich erlebe hier täglich Menschen, die mit Leidenschaft an der Zukunft arbeiten.
Was mögen Sie an Ihren Aufgaben besonders?
Mich begeistert, wie aus einer Idee eine erfolgreiche Lösung wird. Und dass ich den gesamten Weg mitgestalten kann: von der ersten Idee über die Entwicklung und Umsetzung bis hin zur erfolgreichen Anwendung beim Kunden. Der Schlüssel zum Erfolg ist für mich dabei die bereichsübergreifende Zusammenarbeit. Und natürlich begeistert mich die Technologie selbst: Wenn wir beispielsweise mit neuen Ansätzen wie KI unsere Innovationskraft beschleunigen, entsteht Raum für das, was wirklich zählt – kreative Ideen, mutige Lösungen und echte Wirkung beim Kunden.

Mich begeistert, wie aus einer Idee eine erfolgreiche Lösung wird. Der Schlüssel zum Erfolg ist für mich dabei die bereichsübergreifende Zusammenarbeit.
Cristian Reiter, CTO Uhlmann Pac-Systeme
Was ist Ihnen für Ihre tägliche Arbeit wichtig?
Mir ist wichtig, dass Technologie nicht nur funktioniert – sondern wirkt. Ich lege Wert auf Klarheit, Verantwortung und Geschwindigkeit. Unsere Lösungen sollen beim Kunden etwas bewirken – dafür müssen Technik, Prozesse und Menschen zusammenspielen. Mit NextStep schaffen wir die Voraussetzungen, um Ideen schneller und gezielter umzusetzen. Und ich glaube an Eigenverantwortung: Wenn Teams wissen, worauf es ankommt und den Freiraum haben, entstehen starke Ergebnisse.
Welche Themen beschäftigen Sie gerade besonders?
Mich beschäftigt vor allem die Frage, wie wir unsere Innovationskraft gezielt stärken und gleichzeitig deutlich schneller werden können. Denn beides ist entscheidend für unsere Zukunftsfähigkeit. Die sich verändernden Märkte, der steigende Kostendruck und die weltweite geopolitische Unsicherheit zwingen uns dazu, unsere Erfolgsrezepte der Vergangenheit auf den Prüfstand zu stellen. Nicht, weil sie schlecht waren – im Gegenteil, sie haben uns erfolgreich gemacht. Aber sie gelten heute nicht mehr uneingeschränkt und müssen weiterentwickelt werden. Es geht darum, Verantwortung zu bündeln, Prozesse zu vereinfachen und mutig neue Wege zu gehen.
Was müssen wir konkret ändern?
Wir müssen stärker bereichsübergreifend denken und handeln. Bisher haben wir häufig in Silos agiert und das hat uns geholfen schnell zu wachsen. Als global agierendes Unternehmen wird nun aber die Zusammenarbeit immer wichtiger. Die Verzahnung der einzelnen Bereiche ist notwendig, um unseren Kunden die Komplettlösungen anzubieten, die sie erwarten.
KI ist für uns kein Selbstzweck – sondern ein Werkzeug, um Wirkung zu entfalten.
Cristian Reiter, CTO Uhlmann Pac-Systeme
Was sind technologisch aktuell die größten Herausforderungen?
Die größte Herausforderung liegt für mich im Spannungsfeld zwischen der idealen technischen Lösung, der notwendigen Umsetzungsgeschwindigkeit und dem Erreichen der wirtschaftlichen Zielkosten. Eine Lösung kann technisch brillant sein – aber wenn sie zu lange dauert oder zu teuer wird, verliert sie ihre Wirkung. Das verlangt von uns, klar zu priorisieren, modular zu denken und frühzeitig wirtschaftliche Aspekte in die Entwicklung einzubeziehen. Hier gilt es bereichsübergreifend, um den besten innerbetrieblichen Kompromiss zu ringen.
Welche Rolle spielt bei Uhlmann die KI? Wie wird sich das aus Ihrer Sicht weiter entwickeln?
KI ist für uns kein Selbstzweck – sondern ein Werkzeug, um Wirkung zu entfalten. Ich persönlich betrachte KI als Katalysator für Innovation. Sie hilft uns, komplexe Muster zu erkennen, Entscheidungen zu unterstützen und Abläufe zu optimieren. Aber entscheidend ist: KI muss in unsere Lösungen integriert sein – nicht als Add-on, sondern als Teil einer durchdachten Systemarchitektur. Die Zukunft liegt für mich in hybriden Ansätzen, bei denen Mensch und Maschine gemeinsam wirken. KI kann uns allen helfen, schneller zu sein – aber sie muss auch transparent, sicher und wirtschaftlich sinnvoll sein. Ich bin überzeugt: KI wird sich weiterentwickeln – aber nicht als Ersatz für Menschen, sondern als Ermöglicher für bessere Lösungen.
Den genauen Fahrplan gibt unsere KI-Strategie vor, die wir noch in diesem Jahr vorstellen. Unsere Power User nutzen Copilot bereits seit einiger Zeit, um beispielsweise die Kernanforderungen unserer Kunden schnell aus hundertseitigen Dokumenten extrahieren zu können und maßgeschneiderte Angebote zu erstellen. Auch dem Servicebereich hilft die KI bereits, um Schwerpunktthemen schneller zu analysieren.
Wo sehen Sie derzeit Risiken und Chancen?
Chancen und Risiken sind zwei Seiten derselben Medaille – entscheidend ist, wie wir damit umgehen. Technologische Umbrüche, volatile Märkte und steigende Erwartungen erzeugen Druck – aber auch enormes Potenzial. Risiken sehe ich vor allem in der Überforderung durch Komplexität, in langsamen Entscheidungsprozessen und in der Verzettelung. Chancen entstehen dort, wo wir klar priorisieren, mutig neue Wege gehen und unsere Stärken konsequent ausspielen. Wenn wir Technologie, Organisation und Kultur in Einklang bringen, können wir nicht nur reagieren – sondern gestalten.
Ich sehe meine Rolle darin, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen starke Teams mutige Lösungen entwickeln – und diese schnell und wirksam umsetzen.
Cristian Reiter, CTO Uhlmann Pac-Systeme
Was sind in den nächsten Jahren Ihre Pläne für Ihren Aufgabenbereich?
Meine Pläne sind geprägt vom Willen, Veränderung aktiv zu gestalten. Wir stehen vor der Aufgabe, unsere Organisation so zu entwickeln, dass sie technologisch führend bleibt, wirtschaftlich erfolgreich ist und noch kundennäher agieren kann. Dazu gehört, neue Technologien wie KI sinnvoll zu integrieren, unsere Prozesse weiter zu verschlanken und die Zusammenarbeit über Bereiche hinweg zu stärken. Ich sehe meine Rolle darin, Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen starke Teams mutige Lösungen entwickeln – und diese schnell und wirksam umsetzen.
Was hat sich in den vergangenen vier Jahren, die Sie bei Uhlmann in der Geschäftsführung sind, aus Ihrer Sicht verändert?
Wir haben entscheidende Fortschritte gemacht. Wir haben die Corona-Krise erfolgreich gemeistert, unsere globale Präsenz mit der ECO700 in China ausgebaut und mit der PTC200 unsere Parenteralstrategie technologisch vorangetrieben. In der Produktion konnten wir die Produktivität messbar steigern, die Qualitätskosten weiter senken und die Widerstandsfähigkeit unserer Lieferkette nachhaltig erhöhen. Ein besonderer Meilenstein war auch die Zusammenführung von Maschinen- und Digitalbereich – damit haben wir wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. All das mit dem Ziel, unsere Kultur so zu entwickeln, dass sie Veränderung nicht nur zulässt – sondern aktiv gestaltet. Zusammengefasst kann man also sagen: Wir haben gemeinsam viel bewegt – technologisch, organisatorisch und kulturell.

Eine persönliche Frage zum Schluss: Was tun Sie, wenn Sie gerade nicht bei Uhlmann am Schreibtisch sitzen?
In meiner Freizeit bin ich gerne draußen unterwegs – ob allein beim (zugegebenermaßen sehr gemütlichen) Joggen, während einem Spaziergang mit meiner Frau, oder seit Kurzem beim Angeln mit meinem ältesten Sohn. Ich tanke Energie in der Natur. Das gibt mir den nötigen Ausgleich und frische Perspektiven. In meiner Jugend habe ich viele Jahre E-Gitarre in einer Band gespielt. Die Liebe zur Musik versuche ich nun auch an meine drei Kinder weiterzugeben. Und schließlich reisen wir sehr gerne. Letztes Jahr haben wir Frankreich ausgiebig entdeckt. Zeit mit meiner Familie ist mir besonders wichtig – sie erdet mich und gibt mir Kraft für die Aufgaben im Beruf.
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